26 March 2026, 14:02

Bürgermeisterkandidat der Linken in Niedersachsen wegen Al-Quds-Day-Rede in der Kritik

Eine Gruppe von Menschen hält Flaggen vor einem Gebäude mit Fenstern und einem Lichtmast während einer anti-israelischen Demonstration, mit Pflanzen und Fahrzeugen im Hintergrund unter einem dunklen Himmel.

Bürgermeisterkandidat der Linken in Niedersachsen wegen Al-Quds-Day-Rede in der Kritik

Ein Kandidat der Linken für das Bürgermeisteramt in Niedersachsen sieht sich mit massiver Kritik konfrontiert, nachdem seine Beteiligung an einer umstrittenen Demonstration im vergangenen Jahr bekannt wurde. Yunus Cakar, der im September in Osterholz-Scharmbeck antritt, hielt im April 2023 auf einer Al-Quds-Day-Kundgebung in Frankfurt am Main eine Rede, bei der hetzerische Äußerungen fielen und antisemitische Symbole gezeigt wurden.

An der Veranstaltung, an der etwa 750 Menschen teilnahmen, wurden Porträts iranischer Führungspersönlichkeiten sowie Fahnen der Islamischen Republik präsentiert – ein Umstand, der Sorgen über extremistisches Gedankengut innerhalb der Linken schürt. Die Frankfurter Kundgebung fand im Rahmen des Al-Quds-Tags statt, einer seit 1979 vom iranischen Regime initiierten jährlichen Protestaktion gegen Israel. Cakar übernahm dabei eine zentrale Rolle: Er moderierte die Veranstaltung, verlas Forderungen und äußerte sich in einer Weise, die die Menge aufheizte. So erklärte er unter anderem: "Dies ist der erste Völkermord in der Menschheitsgeschichte, der sich so deutlich vor unseren Augen abspielt." Seine Worte zogen scharfe Kritik auf sich, insbesondere da das hessische Landesamt für Verfassungsschutz bereits im Vorfeld vor möglichen antisemitischen Äußerungen im Zusammenhang mit der Demonstration gewarnt hatte.

Cakars öffentliche Unterstützung für das islamistische Regime im Iran sowie seine israelkritische Haltung verschärfen die Kontroverse weiter. Seine Nominierung als Bürgermeisterkandidat hat innerhalb der Linken zu internen Spannungen geführt, da einige Mitglieder seine Eignung angesichts der Antisemitismus-Vorwürfe infrage stellen. Das Thema war bereits im März 2023 aufgeflammt, als der niedersächsische Landesverband der Partei einen Beschluss fasste, in dem "den tatsächlich existierenden Zionismus" verurteilt wurde – eine Entscheidung, die zum Rücktritt des Landesvorsitzenden Andreas Büttner führte und scharfe Kritik von prominenten Parteimitgliedern wie Thüringens ehemaligem Ministerpräsidenten Bodo Ramelow auslöste.

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Trotz der anhaltenden Kritik gibt es bisher keine direkten Verbindungen zwischen Cakars Kandidatur und dem umstrittenen Parteibeschluss. Die Linke hat seit Beginn der Debatte keine weiteren Stellungnahmen zu seiner Nominierung abgegeben.

Cakar bleibt weiterhin der Kandidat der Linken für die Kommunalwahlen im September in Osterholz-Scharmbeck. Seine Teilnahme am Al-Quds-Day 2023 sowie seine früheren Äußerungen halten die Diskussion über Antisemitismus in der Partei am Köcheln. Der Vorfall wirft zudem ein Schlaglicht auf die innerparteilichen Gräben der Linken in Fragen der Israel-Politik und der Abgrenzung zu extremistischem Gedankengut.

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