Café Amélie in Gießen: Wo Aktivismus und Genossenschaftsgeist auf Kaffee treffen
Moritz MüllerCafé Amélie in Gießen: Wo Aktivismus und Genossenschaftsgeist auf Kaffee treffen
Ein einzigartiges Genossenschaftscafé in Gießen verbindet Aktivismus mit Alltagskultur
Das Café Amélie, betrieben vom Kollektiv "Solidarität und kostenlose Bildung", steht seit 2007 für Antifaschismus, fairen Handel und soziale Gerechtigkeit. Was als Protest gegen Studiengebühren begann, hat sich längst zu einem selbsttragenden Gemeinschaftsraum entwickelt.
Gegründet wurde das Café von Aktivist:innen, die sich gegen die Einführung von Hochschulgebühren in Deutschland engagierten. Ihr Ziel: einen Ort schaffen, der kostenlose Bildung und Solidarität fördert. Mit der Zeit wuchs daraus ein Veranstaltungszentrum – mit Podiumsdiskussionen, Filmabenden, Kunstausstellungen und Livemusik.
Jede:r kann Mitglied der Genossenschaft werden, indem sie oder er innerhalb des ersten Jahres einen Anteil von mindestens 100 Euro zeichnet. Ausgeschlossen sind jedoch Personen mit Verbindungen zu rechtsextremen oder faschistischen Gruppen. Das Café funktioniert nach demokratischen Prinzipien: Gewinne fließen in Projekte, die in offenen Versammlungen gemeinsam beschlossen werden.
Alle Mitarbeiter:innen erhalten denselben Mindestlohn – ein weiteres Zeichen für die konsequente Fairness der Genossenschaft. In Gießen, im Gewerkschaftshochhaus an der Walltorstraße gelegen, ist das Café Amélie das einzige bekannte Projekt seiner Art in Deutschland. Vergleichbare Initiativen gibt es in anderen Städten nicht, was es zu einem einzigartigen Modell politischer und sozialer Zusammenarbeit macht.
Das Café Amélie bleibt ein Ort, an dem Aktivismus und Alltag verschmelzen – mit Raum für Kultur, Debatten und Gemeinschaft. Seine Struktur stellt sicher, dass Entscheidungen und Erträge stets den Gründungswerten verpflichtet bleiben. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie genossenschaftliche Wirtschaft sozialer Veränderung dienen kann.






