Collien Fernandes spricht vor 20.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt
Stjepan HeinrichCollien Fernandes spricht vor 20.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt
Eine Woche, nachdem sie ihre Geschichte öffentlich geteilt hatte, stand Collien Fernandes vor Tausenden in Hamburg, um gegen sexualisierte Gewalt zu sprechen. Die Demonstration zog Schätzungen zufolge 17.000 bis 22.000 Menschen an – Teil einer wachsenden Bewegung, die in ganz Deutschland Veränderung fordert. Fernandes, sichtbar bewegt, trug eine schusssichere Weste, nachdem sie wegen ihrer Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Todesdrohungen erhalten hatte.
Fernandes rang sichtlich um Worte, als sie sich an die Menge wandte. Sie fragte, warum Opfer von Missbrauch gezwungen seien, ihr Trauma öffentlich zu machen, während die Täter schweigen. Ihre Rede fand Rückhalt bei anderen Betroffenen, die ebenfalls ihre Gewalterfahrungen teilten.
Die Kundgebung endete mit einem kraftvollen Sprechchor: "Wir alle wollen dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe werfen!". Die Demonstrant:innen stellten sexualisierte Gewalt als systemisches Problem dar und forderten eine umfassendere Verantwortung ein.
Unterdessen sprach in Berlin die Aktivistin Luisa Neubauer auf einer ähnlichen Veranstaltung. Sie fragte, was nötig sei, damit die Bundeskanzlerin öffentlich an der Seite der Betroffenen stehe. Ihre Frage unterstrich die Frustration vieler, die das Gefühl haben, dass die politische Führung nicht genug unternimmt.
Die Hamburger Demonstration zeigte das Ausmaß der öffentlichen Wut über sexualisierte Gewalt. Fernandes' Auftritt trotz der Drohungen demonstrierte die Entschlossenheit der Betroffenen, gehört zu werden. Mit großen Menschenmengen und klaren Forderungen setzt die Bewegung die Behörden weiter unter Druck, endlich konkrete Maßnahmen zu ergreifen.






