20 April 2026, 16:02

Denis Scheck in der Sexismus-Debatte: Wenn Literaturkritik zur Attacke wird

Alte Buchumschlagillustration mit einem Mann in Anzug auf einem Stuhl mit ernstem Gesichtsausdruck und einer Frau daneben, die nachdenklich ausschaut; Titeltext lautet "Die Macht der öffentlichen Meinung".

Denis Scheck in der Sexismus-Debatte: Wenn Literaturkritik zur Attacke wird

Denis Scheck, Moderator der ARD-Literatursendung Druckfrisch, sieht sich nach zwei aktuellen Buchbesprechungen Vorwürfen wegen Sexismus ausgesetzt. Kritiker:innen, darunter die Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy, verurteilen seine Äußerungen als herabwürdigend. Der Sender verteidigte zwar die Sendung, betonte zugleich aber, jede Form von Frauenfeindlichkeit abzulehnen.

Ausgelöst wurde die Debatte, als Scheck Passmanns Buch als "Pegelstandsberichte aus den Untiefen eines trüben Bewusstseins" abtat. Passmann konterte, die Kritik sei "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch" – eine Einschätzung, der sich andere Schriftsteller:innen anschlossen. In einer weiteren Folge bezeichnete er den Bestseller von Ildikó von Kürthy als kaum mehr als "Klatsch aus dem Damen-WC einer Hochzeit", bevor er das Buch – wie in seinem Format üblich – durch eine Rutsche in den Müll beförderte.

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Von Kürthy ging später in einem Essay für Die Zeit auf die Vorfälle ein, während die Autorin Elke Heidenreich sowohl Schecks Rezensionsstil als auch die Rolle des ARD bei der Ermöglichung solcher Äußerungen kritisierte. Der Sender wiederholte unterdessen, "das Geschlecht einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle" und "für Frauenfeindlichkeit sei in Druckfrisch kein Platz".

Die Stellungnahme der ARD erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck auf die Sendung wächst, die seit Langem für ihre schonungslosen Kritiken bekannt ist. Schecks oft theatralischer und kompromissloser Stil steht nun in der Kritik, ob er in frauenfeindliche Ressentiments abdriftet.

Die Diskussion rückt die ARD in den Fokus: Einerseits bezieht der Sender öffentlich Position gegen Sexismus, andererseits hält er am Format der literarischen Kritik fest. Schecks Rezensionen bleiben Teil von Druckfrisch, doch die Gegenwehr zeigt, wie stark die Forderung nach mehr Verantwortung im Umgang mit Büchern von Autorinnen geworden ist. Bisher hat der Sender keine Änderungen an Konzept oder Ton der Sendung angekündigt.

Quelle