Deutsche Bahn in der Krise: Warum Verspätungen und marode Gleise das System lähmen
Moritz MüllerDeutsche Bahn in der Krise: Warum Verspätungen und marode Gleise das System lähmen
Deutschlands Bahnnetz steht vor ernsten Herausforderungen: Verspätungen und marode Infrastruktur belasten den Betrieb
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat gewarnt, dass der desolate Zustand der Deutschen Bahn sogar die Demokratie gefährden könnte. Angesichts einer Pünktlichkeitsquote von nur 60 Prozent im Fernverkehr im Jahr 2025 drängt die Regierung nun auf dringende Reformen, um das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen.
Die Probleme der Deutschen Bahn haben sich in den letzten Monaten weiter verschärft. 2025 erreichten weniger als 60 Prozent der Fernzüge ihr Ziel ohne größere Verspätungen. Als Hauptgründe nannte das Unternehmen marode Gleise und flächendeckende Bauarbeiten – das sogenannte "Bauparadox" –, das die Situation zusätzlich belastet. Extremwetterlagen im Januar und Februar verschärften die Lage weiter und setzten selbst bescheidene Pünktlichkeitsziele aufs Spiel.
Konzerchefin Evelyn Palla räumte ein, dass es keine schnellen Lösungen geben werde. Sie verwies auf ein überlastetes, veraltetes Schienennetz, das den aktuellen Anforderungen nicht gewachsen sei. Minister Schnieder strich unterdessen das bisherige Ziel der Vorgängerregierung, bis 2027 eine Pünktlichkeit von 75 bis 80 Prozent zu erreichen, als unrealistisch. Stattdessen setzte er ein neues Ziel: 70 Prozent bis 2029.
Als Reaktion startete die Deutsche Bahn drei Sofortprogramme im Rahmen der "Agenda für zufriedene Kunden" des Ministeriums. Im Fokus stehen saubere und sichere Bahnhöfe, mehr Komfort auf Langstrecken sowie bessere Informationen für die Fahrgäste. Dennoch rechnen Experten frühestens 2026 mit einer Stabilisierung der Pünktlichkeitswerte – wenn überhaupt.
Das überarbeitete Ziel der Regierung für 2029 unterstreicht das Ausmaß der Krise. Da kurzfristige Entlastung unwahrscheinlich ist, müssen sich die Fahrgäste vorerst mit modernisierten Bahnhöfen und verbesserten Kommunikationsmaßnahmen begnügen. Ob diese Schritte ausreichen, um das Netz zu stabilisieren und das Vertrauen der Reisenden zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten.






