Deutsche Logistikbranche kämpft mit Rekordinsolvenzen und schrumpfenden Margen
Caren PaffrathDeutsche Logistikbranche kämpft mit Rekordinsolvenzen und schrumpfenden Margen
Die wirtschaftliche Lage im deutschen Transport- und Logistiksektor verschlechtert sich zusehends. Steigende Kosten, knappe Margen und eine wachsende Zahl von Insolvenzen setzen die Unternehmen – insbesondere kleinere Betriebe – stark unter Druck. Branchenanalysten warnen, dass mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Transportunternehmen von finanziellen Risiken bedroht ist.
Im Jahr 2024 stiegen die Insolvenzen im Logistikbereich im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent. Insgesamt mussten 469 Unternehmen Insolvenz anmelden, darunter 19 mit Jahresumsätzen von über 10 Millionen Euro. Der Trend setzte sich 2025 fort: In den ersten Monaten des Jahres übertrafen die Zahlungsausfälle den Fünfjahresdurchschnitt.
Viele Unternehmen arbeiten mit Gewinnmargen von unter drei Prozent, während die Lohnkosten weiter steigen. Hohe Dieselpreise und hohe Vorfinanzierungskosten belasten die Branche zusätzlich, da Firmen Treibstoff oft im Voraus zahlen, auf Kundenrechnungen jedoch bis zu 60 Tage warten müssen. Der Konkurrenzdruck durch Anbieter aus Osteuropa, ein Mangel an Fahrpersonal und die Notwendigkeit kostspieliger digitaler Modernisierungen treiben kleinere Betriebe an den Rand des Ruins.
Auch die globalen Wachstumsprognosen haben sich eingetrübt. Oxford Economics senkte kürzlich seine Wachstumserwartung für Transport- und Logistikdienstleistungen im Jahr 2025 von 3,4 auf 2,4 Prozent. Die Abschwächung spiegelt die allgemeinen wirtschaftlichen Belastungen der Branche wider.
Die Kombination aus schmalen Margen, verzögerten Zahlungseingängen und steigenden Betriebskosten drängt immer mehr Logistikunternehmen in finanzielle Schieflagen. Angesichts der bereits gestiegenen Insolvenzzahlen und sinkender Wachstumserwartungen dürften sich die Herausforderungen des Sektors weiter verschärfen. Besonders kleine und mittlere Betriebe bleiben angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage die verwundbarsten Akteure.






