Deutsche Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognosen drastisch bis 2027
Caren PaffrathDeutsche Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognosen drastisch bis 2027
Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre deutlich nach unten korrigiert. Die aktuellen Vorhersagen zeichnen ein weitaus düstereres Bild als bisher angenommen. Ein gemeinsamer Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht werden soll, unterstreicht einen deutlichen Rückgang des Wirtschaftswachstums.
Die Institute erwarten nun, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 lediglich um 0,6 Prozent steigen wird – ein starker Rückgang gegenüber der bisherigen Schätzung von 1,3 Prozent für dasselbe Jahr. Noch im Vorfeld war für 2024 ein Wachstum von 1,4 Prozent prognostiziert worden, doch die neuen Zahlen spiegeln eine deutlich verschlechterte Lage wider.
Hauptgrund für die Abwärtskorrektur sind die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Iran. Explodierende Öl- und Gaspreise belasten die ohnehin angespannte Konjunktur zusätzlich. Für die folgenden Jahre rechnen die Experten nur mit einer leichten Erholung: 2026 soll das BIP-Wachstum bei etwa 1 Prozent liegen.
Als stützende Faktoren für die 2026er-Prognose nennen die Institute staatliche Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur, einen stabilen Arbeitsmarkt sowie moderate Zuwächse bei der Kaufkraft der Verbraucher. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) verweist auf geowirtschaftliche Spannungen, schwache Exportbranchen und globale Instabilität als anhaltende Risiken. Das Münchener ifo Institut (MIT) hingegen betont hohe Energiekosten, übermäßige Bürokratie, steigende Löhne und Belastungen für den Sozialstaat als Faktoren, die das Unternehmenswachstum bremsen könnten.
Auch 2027 bleibt die Aussicht verhalten: Das Wachstum wird voraussichtlich weiterhin knapp bei 1 Prozent liegen. Die überarbeiteten Prognosen deuten auf eine längere Phase schwachen Wirtschaftswachstums in Deutschland hin. Äußere Konflikte, hohe Energiepreise und strukturelle Schwächen belasten die Konjunktur weiter. Der vollständige Bericht, der in dieser Woche erscheint, wird detaillierter auf die zu erwartenden Herausforderungen eingehen.






