Deutschland sucht dringend Alternativen nach Streichung der Tomahawk-Raketen
Stjepan HeinrichDeutschland sucht dringend Alternativen nach Streichung der Tomahawk-Raketen
Deutschland steht vor wachsender Sicherheitsherausforderung nach Streichung der Tomahawk-Stationierung
Die Absage der geplanten Stationierung von US-amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland stellt das Land vor eine zunehmende sicherheitspolitische Bewährungsprobe. Die von Ex-Präsident Donald Trump rückgängig gemachte Entscheidung zwingt die europäischen Verteidigungsexperten nun, nach Alternativen zu suchen. Politiker von SPD und Union fordern daraufhin eine beschleunigte Entwicklung eigener Raketensysteme, um die entstehende „Abschreckungslücke“ zu schließen.
Eigentlich sollte der Verzicht auf die Tomahawk-Stationierung nur eine Übergangslösung sein, während Europa an der Entwicklung eigener präzisionsgelenkter Langstreckenwaffen arbeitete. Doch mit der nun endgültigen Streichung des Plans warnen Fachleute vor einem kritischen Mangel an Abschreckungskapazitäten.
SPD-Vizevorsitzende Siemtje Möller drängt auf schnelles Handeln, um die europäische Raketenproduktion zu stärken. Sie verweist auf Deutschlands bestehende technologische Kompetenz und die starke industrielle Basis, die eine zügige Entwicklung ermöglichen könnten. Möller regt zudem an, Kooperationen mit der Ukraine zu prüfen, die mit der Eigenentwicklung der Marschflugkörper vom Typ FP-5 Flamingo bereits Erfahrung vorweisen kann.
Aus der Opposition meldet sich Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, zu Wort und kritisiert die zögerliche Modernisierung der Bundeswehr. Er fordert Verteidigungsminister Boris Pistorius auf, noch in diesem Jahr einen „Aktionsplan 2029“ vorzulegen, um die Glaubwürdigkeit der Abschreckung kurzfristig wiederherzustellen. Erndl betont zudem, dass neben etablierten Rüstungskonzernen auch innovative deutsche Start-ups in die Entwicklung von Marschflugkörpern einbezogen werden müssten.
Sowohl Möller als auch Erndl sind sich einig: Die Zeit drängt. Ohne zügige Fortschritte droht Europa bei Langstrecken-Präzisionswaffen den Anschluss zu verlieren – mit gravierenden Lücken in der defensiven Aufstellung.
Die Absage der Tomahawk-Stationierung zwingt Deutschland nun zum Umdenken in der Sicherheitspolitik. Die Forderung nach schnellerer Raketenproduktion und engerer Zusammenarbeit mit Partnern wie der Ukraine wird lauter. Der Druck auf Minister Pistorius wächst, noch vor Ende des Jahrzehnts ein konkretes Konzept vorzulegen.






