Die Linke steht vor Richtungsentscheidungen auf dem Parteitag in Potsdam
Caren PaffrathDie Linke steht vor Richtungsentscheidungen auf dem Parteitag in Potsdam
Die Linke trifft sich an diesem Wochenende in Potsdam zu ihrem Bundesparteitag. Die Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Partei mit internen Debatten über Führung und politische Ausrichtung ringt – entscheidende Weichenstellungen werden die künftige Richtung prägen.
Jan van Aken, einer der aktuellen Parteivorsitzenden, hat angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut zu kandidieren. Sein Rückzug markiert das Ende einer Phase, in der er half, die Partei von ihrem früheren Ruf als Russland-Versteherin zu distanzieren. Zudem setzte er sich für den Zusammenhalt ein, während hitzige Diskussionen über den Nahen Osten die Partei spalteten – ein Thema, das nach wie vor kontrovers bleibt.
Als aussichtsreichster Kandidat für van Akens Nachfolge gilt Luigi Pantisano, ein Architekt und Stadtplaner. Als Sohn einer italienischen Gastarbeiterfamilie könnte er der Führung eine neue Perspektive verleihen. Die Mitgliederzahl der Partei ist rasant gewachsen und hat sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt, wobei viele neue Mitglieder junge Aktivist:innen aus westdeutschen Städten sind.
Auf dem Parteitag werden dieses Wochenende ein Viertel der Delegierten zum ersten Mal teilnehmen, was eine gewisse Unberechenbarkeit mit sich bringt. Ein Antrag zur Deckelung der Abgeordneten-Diäten hat bereits Widerstand ausgelöst, unter anderem von Bodo Ramelow, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Thüringens.
Der Parteitag in Potsdam wird nicht nur über die neue Doppelspitze entscheiden, sondern auch über umstrittene inhaltliche Vorlagen abstimmen. Angesichts wachsender Mitgliederzahlen und neuer Delegierter könnten die Ergebnisse den weiteren Weg der Linken maßgeblich beeinflussen.






