Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" enthüllt Versäumnisse nach dem Hanau-Anschlag
Paul FischerWird Rassismus immer noch nicht ernst genommen? - Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" enthüllt Versäumnisse nach dem Hanau-Anschlag
Ein neuer Dokumentarfilm rückt den Anschlag von Hanau aus dem Jahr 2020 wieder in den Fokus der Öffentlichkeit, bei dem ein rechtsextremer Attentäter neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordete. Der Film "Das deutsche Volk" begleitet die Angehörigen der Opfer auf ihrem Weg nach Gerechtigkeit und stellt die Frage, ob die Tragödie hätte verhindert werden können.
Regisseur Marcin Wierzchowski begann nur wenige Tage nach dem Anschlag mit den Dreharbeiten. Fast fünf Jahre lang hielt er den Schmerz der Familien fest, ihre wachsende Frustration über die Behörden und ihren Kampf um Aufklärung. Ihre Wut verstärkte sich, als sie das Gefühl hatten, dass offizielle Stellen die rassistischen Motive hinter den Morden herunterspielten.
Die Angehörigen schlossen sich zu einer Arbeitsgruppe zusammen, um Antworten zu erzwingen. Dabei deckten sie systemische Versäumnisse bei der Aufarbeitung des Falls auf. Der Film beleuchtet zudem übergeordnete Themen, darunter die Gefahren von Überlegenheitsdenken und dessen Rolle bei der Schürung extremistischer Gewalt.
"Das deutsche Volk" feierte auf der Berlinale 2025 Premiere und wurde mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet. Später wurde der Film auf 3sat ausgestrahlt und erreichte so ein breiteres Publikum.
Der Dokumentarfilm zeigt die langfristigen Folgen des Hanau-Anschlags für die Hinterbliebenen der Opfer. Gleichzeitig wirft er Fragen nach dem institutionellen Umgang mit rechtsextremer Gewalt in Deutschland auf. Die Familien fordern weiterhin Transparenz und Veränderungen, um künftige Tragödien zu verhindern.