EU-Pläne für Gebrauchtwagen-Kennzeichnung sorgen für Streit mit Händlern
Paul FischerEU-Pläne für Gebrauchtwagen-Kennzeichnung sorgen für Streit mit Händlern
Die Europäische Kommission hat neue Vorschriften vorgeschlagen, die eine verpflichtende Kennzeichnung für Gebrauchtwagen sowie für Neuwagen vorsehen. Ziel des Plans ist es, Käufern klarere Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu liefern. Doch Branchenverbände äußern ernste Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit.
Der Entwurf soll die bestehende Richtlinie 1999/94/EG ersetzen und die Kennzeichnungspflicht auf Gebrauchtfahrzeuge ausweiten. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) warnt jedoch, dass dieser Schritt erhebliche Probleme mit sich bringt. Viele ältere Fahrzeuge wurden nach den veralteten NEDC-Standards getestet, während neuere Modelle den strengeren WLTP-Messverfahren unterliegen. Händlern fehlen die Möglichkeiten, zwischen diesen Systemen umzurechnen – eine präzise Kennzeichnung sei daher kaum möglich.
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn betonte, die Regelungen könnten Händler dazu zwingen, ältere Gebrauchtwagen komplett abzulehnen. Er forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, einzugreifen und auf rechtssichere sowie praxistaugliche Vorschriften hinzuwirken. Der Verband veröffentlichte zudem ein Acht-Punkte-Papier, in dem er sich dafür ausspricht, die Kennzeichnung auf Neufahrzeuge zu beschränken. Eine verpflichtende Angabe zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos lehnt der ZDK ab – mit Verweis auf fehlende verlässliche Daten.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Verantwortungsverteilung. Der ZDK fordert klarere Rollendefinitionen für Hersteller, Online-Plattformen und Händler sowie einheitliche Marktkontrollen in der gesamten EU. Ohne solche Regelungen, so der Verband, werde die Neuregelung eher für Verwirrung als für Transparenz sorgen.
Bisher hat kein EU-Mitgliedstaat offiziell Stellung zu den Plänen der Kommission bezogen.
Mit ihrem Vorschlag will die Kommission die Verbraucherinformationen zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen verbessern. Doch Händler warnen, dass veraltete Testmethoden und fehlende Daten die Umsetzung unmöglich machen. Sollten die Änderungen wie geplant in Kraft treten, könnten sie den Gebrauchtwagenmarkt durcheinanderbringen und ältere Fahrzeuge aus dem Verkehr drängen.






