EU plant Gegenangriff auf US-Handelsdruck – und setzt auf ihre stärkste Waffe
Emma KochEU plant Gegenangriff auf US-Handelsdruck – und setzt auf ihre stärkste Waffe
Die Europäische Union bereitet sich darauf vor, möglichen wirtschaftlichen Druck aus den USA entgegenzuwirken – insbesondere im Falle einer möglichen zweiten Amtszeit von Donald Trump. Deutschland und EU-Vertreter analysieren derzeit Schwachstellen in amerikanischen Lieferketten, um strategische Angriffsflächen zu identifizieren.
Der Binnenmarkt der Union mit seinen 450 Millionen wohlhabenden Verbrauchern gilt als schärfste Waffe in jedem Handelskonflikt. Zwar ist Europa durch seine Abhängigkeit von den USA in den Bereichen Energie, Geheimdienste und militärische Unterstützung für die Ukraine in einer schwächeren Position. Doch Beamte sind überzeugt, dass Exportkontrollen empfindlich treffen könnten: Die USA sind auf europäische Chemikalien und kritische Halbleitertechnologien angewiesen.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören Marktzugangsbeschränkungen oder verschärfte Regulierungen, die vor allem große US-Techkonzerne, die boomenden KI-Investitionen und hohe Arzneimittelpreise ins Visier nehmen. Ab 2025 werden US-Waren zollfrei in die EU eingeführt, während europäische Exporte in die USA mit einem 15-prozentigen Zoll belastet werden.
Europäische Regierungen und Investoren halten zudem enorme US-Vermögenswerte: 10,4 Billionen Dollar in Aktien, 3,4 Billionen in Staatsanleihen und 2,9 Billionen in Unternehmensanleihen. Diese Bestände könnten im Eskalationsfall als Hebel genutzt werden.
Ziel ist es, innerhalb der EU eine geschlossene Haltung zu erreichen und Trump zu signalisieren, dass Europa bereit ist, auf aggressive Handelspraktiken mit Gegenmaßnahmen zu reagieren. Die Strategie der Union setzt auf ihr wirtschaftliches Gewicht und die tiefen finanziellen Verflechtungen mit den USA. Durch gezielte Maßnahmen gegen Schlüsselbranchen und Lieferketten will Europa abschreckend wirken. Die Folgen könnten die transatlantischen Handelsbeziehungen in den kommenden Jahren grundlegend verändern.






