22 March 2026, 06:12

Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands verfehlte Energiepolitik

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Habecks Staatssekretär Graichen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung - Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands verfehlte Energiepolitik

Patrick Graichen, ehemaliger Staatssekretär im deutschen Wirtschaftsministerium, hat die aktuelle Energiestrategie der Bundesregierung scharf kritisiert. Er wirft der Regierung vor, mit der Fixierung auf Öl und Gas sowohl geopolitische Risiken als auch die sich verschärfende Klimakrise zu ignorieren. Seine Äußerungen erfolgen nach seiner vorläufigen Pensionierung im vergangenen Jahr, die auf einen Interessenkonflikt folgte.

Graichen behauptet, die deutsche Energiepolitik werde von wirtschaftlichen Verflechtungen mit der fossilen Brennstoffindustrie, rechtspopulistischer Opposition gegen grüne Reformen und einer generellen Veränderungsangst geprägt. Er warnt, dass ein Aufschieben von Maßnahmen die Klimakrise nicht verschwinden lasse, und prognostiziert eine baldige Rückkehr zu strengeren Klimaschutzvorgaben.

Um die Energiewende zu beschleunigen, schlägt er die Abschaffung der Stromsteuer sowie eine Reform der Netzentgelte vor. Zudem fordert er stärkere finanzielle Anreize, um Elektroautos und Wärmepumpen für Verbraucher genauso erschwinglich zu machen wie ihre gasbetriebenen Pendants. Sein Konzept orientiert sich stark am skandinavischen Modell, wo solche Technologien bereits weit verbreitet sind.

In den letzten fünf Jahren haben Länder wie Schweden, Norwegen und Dänemark durch gezielte Maßnahmen die Verbreitung dieser Technologien massiv vorangetrieben. Schwedens Programm für grüne Technologien etwa bot Subventionen von bis zu 50.000 schwedischen Kronen pro Wärmepumpe an – mit der Folge, dass sich die Verkäufe um 50 Prozent steigerten. Norwegen erreichte eine 60-prozentige Haushaltsabdeckung, indem es auf Steuern für Installationen verzichtete. Gleichzeitig stieg der Marktanteil von Elektrofahrzeugen in Norwegen bis 2025 auf 90 Prozent der Neuzulassungen – begünstigt durch Mehrwertsteuerbefreiungen und gebührenfreie Mautstellen. Dänemark führte nach 2023 Kaufprämien von 40 Prozent ein, während Finnland mit Sanierungszuschüssen 20 bis 40 Prozent der Kosten für Wärmepumpen übernahm. Diese Länder verbanden die Förderungen zudem mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, etwa durch Wasserkraft und Windenergie, um die Wende zu unterstützen.

Graichens Vorschläge zielen darauf ab, den skandinavischen Erfolg zu wiederholen, indem saubere Technologien für Verbraucher leichter zugänglich werden. Würde sein Plan umgesetzt, sänken die Kosten für Haushalte, während Deutschland seinen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen könnte. Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land unter Druck steht, Klimaziele zu erreichen – und gleichzeitig wirtschaftliche und politische Widerstände zu überwinden.

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