Explodierende Energiekosten: Warum Deutschlands fossile Importe immer teurer werden
Moritz MüllerExplodierende Energiekosten: Warum Deutschlands fossile Importe immer teurer werden
Deutschland steht vor einem drastischen Anstieg der Kosten für fossile Brennstoffimporte, da die Spannungen im Iran die Öl- und Gaspreise in die Höhe treiben. Energieexperten warnen, dass sich die Energierechnung des Landes allein in diesem Jahr um zehntausende Millionen Euro erhöhen könnte. Der Preisschub kommt zusätzlich zu den bereits seit 2022 stark gestiegenen Kosten.
Laut offiziellen Zahlen gab Deutschland 2022 fast 60 Milliarden Euro für Rohölimporte aus – bei einer Einfuhrmenge von 87,4 Millionen Tonnen zu einem Durchschnittspreis von 686 Euro pro Tonne. Zwar liegen keine genauen Jahresgesamtdaten für Erdgas und Steinkohle vor, doch die monatlichen Erhebungen zeigten durchgehend hohe Kosten über das gesamte Jahr hinweg.
Ökonomen der KfW prognostizieren nun, dass die Energiepreise mindestens bis Ende 2024 auf hohem Niveau bleiben werden. Gleichzeitig rechnen sie mit einem Rückgang des deutschen Öl- und Gasverbrauchs, da Unternehmen und Haushalte sparsamer werden. Doch selbst bei sinkender Nachfrage könnten die Importkosten für Rohöl, Erdgas und Steinkohle bis 2026 auf 92 Milliarden Euro steigen – ein Plus von 20 Milliarden.
Fällt die Nachfrage nicht wie erwartet, könnte die Rechnung noch höher ausfallen. Im schlimmsten Fall könnten die Kosten um 27 Milliarden Euro klettern, sodass die Gesamtbelastung auf 99 Milliarden Euro anwächst.
Der Konflikt im Iran verschärft die ohnehin angespannte Lage auf dem Energiemarkt weiter. Unabhängig von Verbrauchsänderungen dürften Deutschlands Importausgaben noch Jahre lang hoch bleiben. Die finanziellen Folgen hängen davon ab, wie schnell es dem Land gelingt, seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.






