22 March 2026, 02:01

Flughafen Kassel-Calden: Vom Prestigeprojekt zur teuren Last für Nordhessen

Leerer Flughafen Wartebereich mit mehreren Bänken, Informationsanzeigen, Säulen, Deckenventilator, Lampen und Hintergrundansicht von Gebäuden, Bäumen, Wasser und einem klaren blauen Himmel.

Flughafen Kassel-Calden: Vom Prestigeprojekt zur teuren Last für Nordhessen

Flughafen Kassel-Calden kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Seit seiner feierlichen Eröffnung im Jahr 2013 steckt der Flughafen Kassel-Calden in einer chronischen Krise. Für 270 Millionen Euro erbaut, sollte er Nordhessen an das europäische Luftverkehrsnetz anbinden – doch stattdessen entwickelte er sich zu einer teuren Belastung. Trotz großer Erwartungen fertigt der Flughafen heute nur noch sehr wenige Passagiere ab und schreibt weiterhin hohe Verluste.

Die Betreiber hatten sich ehrgeizige Ziele gesetzt: 324.000 Passagiere und 1.700 Tonnen Fracht im ersten Jahr. Die Realität sah jedoch ganz anders aus. 2024 verzeichnete der Flughafen lediglich 82.953 Passagiere und zehn Tonnen Fracht – im Schnitt nur 7,1 Reisende pro Flug. Die ungünstige Lage in der Nähe großer Drehkreuze wie Frankfurt machte den Standort für Airlines unattraktiv. Folge: Nur gelegentliche Charterflüge, aber kein Linienverkehr.

Versuche, Fluggesellschaften anzulocken, scheiterten immer wieder. 2023 kündigte Fischer Air Urlaubsrouten an, ging jedoch pleite, bevor auch nur ein einziger Flug stattfand. Die finanziellen Probleme des Flughafens bleiben bestehen: Die jährlichen Verluste von rund fünf Millionen Euro tragen das Land Hessen, die Stadt und der Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden gemeinsam. Manche Schätzungen gehen sogar von bis zu zwölf Millionen Euro Verlust pro Jahr aus.

Die öffentliche Meinung ist tief gespalten. In sozialen Medien wird hitzig darüber diskutiert, ob der Flughafen weiterbetrieben oder umgenutzt werden soll. Die Grünen schlagen vor, ihn zu einem kostengünstigeren Sonderlandeplatz für die Allgemeine Luftfahrt herabzustufen – eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Der Flughafen Kassel-Calden arbeitet weiterhin nur mit einem Bruchteil seiner geplanten Kapazität. Ohne langfristige Partnerschaften mit Airlines und angesichts steigender Verluste bleibt seine Zukunft ungewiss. Die Region muss nun entscheiden, ob sie den kämpfenden Standort weiter subventioniert oder nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände sucht.

Quelle