Frankfurt festigt seine Macht als Europas neues Finanzzentrum nach dem Brexit
Moritz MüllerFrankfurt festigt seine Macht als Europas neues Finanzzentrum nach dem Brexit
Frankfurt hat seine Position als finanzielles Zentrum Europas weiter gefestigt. Die Stadt fungiert heute als Nervenzentrum für Geld-, Daten- und Kapitalströme auf dem gesamten Kontinent. Ihr Aufstieg wurde durch den Brexit beschleunigt, da zahlreiche globale Banken ihre Geschäfte dorthin verlagert haben.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Sitz in Frankfurt und steuert von dort aus die Geldpolitik für die 20 Länder der Eurozone. Ihre Entscheidungen zu Zinssätzen, Anleihenkäufen und Liquiditätsmaßnahmen prägen die Wirtschaft der Region. Über den Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM) überwacht die EZB zudem die größten Banken Europas.
In Frankfurt sind weitere zentrale Finanzinstitutionen ansässig, darunter die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Börse AG. Letztere betreibt wichtige Plattformen wie Xetra, Clearstream und Eurex, die die finanzielle Schlagkraft der Stadt stärken. Zudem verwaltet sie das TARGET-System, ein entscheidendes Netzwerk für Großtransaktionen, dessen Infrastruktur in der Stadt verankert ist.
Der Brexit hat Frankfurts Bedeutung zusätzlich gesteigert. Rund 2,5 Billionen Euro an Vermögenswerten wurden von London in die Finanzzentren der EU verlagert – der größte Teil davon nach Frankfurt. Doch die Stadt ist nicht nur finanziell führend: Als digitaler Standort beherbergt sie DE-CIX, einen der größten Internetknotenpunkte der Welt.
Frankfurt hat sich damit als zentraler Knotenpunkt für Finanzen, Politik und digitale Infrastruktur in Europa etabliert. Die Verlagerung von Vermögen und Institutionen aus London hat diese Rolle zementiert. EZB, Großbanken und kritische Systeme agieren von hier aus und prägen die gesamte Eurozone.






