Frauen prägen Apotheken – doch Lohnlücken und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Paul FischerFrauen prägen Apotheken – doch Lohnlücken und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Frauen dominieren den Apothekensektor in Deutschland – doch strukturelle Probleme bleiben
In deutschen Apotheken sind Frauen mit einem Anteil von fast neunzig Prozent die klare Mehrheit. Aktuelle Zahlen zeigen ein auffälliges Ungleichgewicht: Ob als Apothekerinnen, Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) oder Auszubildende – der Berufsstand wird überwiegend von Frauen geprägt. Dennoch sehen sich viele von ihnen auch hier mit typischen Herausforderungen am Arbeitsmarkt konfrontiert.
Laut offiziellen Daten sind 89,2 Prozent der Beschäftigten in öffentlichen Apotheken weiblich. Unter den approbierten Apotheker:innen liegt der Frauenanteil bei 74,1 Prozent, bei den Auszubildenden sogar bei 74,8 Prozent. Noch deutlicher wird das Bild in den unterstützenden Berufen: 96,6 Prozent der PTA und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind Frauen.
Doch trotz dieser starken Präsenz bleiben zentrale Probleme bestehen. Gefordert werden etwa flexiblere Arbeitsmodelle, um Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können, sowie eine stärkere Anerkennung von Care-Arbeit in der Rentenversicherung. Dies vor dem Hintergrund, dass Frauen in Deutschland im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde verdienen als Männer in vergleichbaren Positionen.
Auch jenseits des Arbeitsplatzes tragen Frauen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit: Sie übernehmen etwa zwei Drittel der Kinderbetreuung, verbringen mehr Zeit mit Haushaltsaufgaben und sind häufiger für die Pflege älterer Angehöriger zuständig. Zwar gibt es keine aktuellen Daten zu Veränderungen in der Personalstruktur der Apotheken seit 2010 – doch die geschlechtsspezifische Spaltung des Sektors bleibt unverändert deutlich.
Von den Auszubildenden bis zu den voll qualifizierten Fachkräften ist die Apothekenbranche in Deutschland überdurchschnittlich weiblich geprägt. Dennoch machen anhaltende Lohnungleichheiten und die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit deutlich, dass hier grundlegende Reformen nötig sind. Gefragt sind faire Löhne, aber auch politische Maßnahmen, die unbezahlte Arbeit endlich angemessen würdigen.






