Grevenbroichs Bürgermeister warnt vor finanzieller Überlastung durch steigende Kreisumlage
Moritz MüllerGrevenbroichs Bürgermeister warnt vor finanzieller Überlastung durch steigende Kreisumlage
Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen fordert dringende Reformen, um die finanzielle Belastung der Kommunen im Rhein-Kreis Neuss zu verringern. Steigende Kosten durch die Kreisumlage – eine jährliche Pflichtabgabe der Städte und Gemeinden an den Kreis – setzen die Haushalte zunehmend unter Druck und gefährden grundlegende Leistungen wie Schulen, Straßen und soziale Programme.
Die Kreisumlage ist in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen. Lag der Satz 2025 noch bei 34,9 Prozent, soll er 2026 auf 36,39 Prozent steigen – ein Anstieg um 4,27 Prozentpunkte innerhalb nur eines Jahres. Allein für Grevenbroich sind die Zahlungen von 33,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf voraussichtlich 50 Millionen Euro 2026 explodiert, ein Plus von über 50 Prozent in nur zwei Jahren. Diese Entwicklung bringt Städte wie Grevenbroich und Rommerskirchen in Bedrängnis, die kaum noch in der Lage sind, grundlegende Infrastruktur und Gemeinschaftsprojekte zu finanzieren.
Krützen betont, dass der Kreis mehr Verantwortung übernehmen müsse, um die Kommunen zu entlasten. Er schlägt ein verbindliches Sparziel von zwei Prozent im Kreishaushalt vor, um die Kreisumlage zu begrenzen und die kommunalen Finanzen zu schützen. Ohne Gegenmaßnahmen, warnt er, würden die weiter steigenden Abgaben die Handlungsfähigkeit der Städte weiter schwächen – mit negativen Folgen für die Lebensqualität und den sozialen Zusammenhalt.
Zwar finanziert die Kreisumlage wichtige regionale Aufgaben, doch ihr Fehlen auf kommunaler Ebene ist spürbar: Schulen, Kitas und soziale Einrichtungen müssen Kürzungen hinnehmen, weil die Städte Mittel umschichten müssen, um die Forderungen des Kreises zu bedienen. Krützen pocht auf einen fairen, solidarischen Ansatz des Rhein-Kreises Neuss, um das finanzielle Gleichgewicht wiederherzustellen.
Für 2026 werden die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen Grevenbroichs voraussichtlich nicht mehr ausreichen, um die Kreisumlage vollständig zu decken – weitere Haushaltskürzungen sind die Folge. Krützens Reformvorstoß unterstreicht die wachsende Spannung zwischen den Finanzbedürfnissen des Kreises und der Fähigkeit der Städte, grundlegende Dienstleistungen aufrechtzuerhalten. Ohne Kurskorrektur stehen die Kommunen vor der schwierigen Frage, wo sie die schrumpfenden Mittel künftig einsetzen sollen.






