Hessens Apotheken kämpfen ums Überleben – Politik und Wirtschaft fordern faire Vergütung
Lukas HoffmannHessens Apotheken kämpfen ums Überleben – Politik und Wirtschaft fordern faire Vergütung
Staatssekretärin Dr. Sonja Optendrenk vom Hessischen Gesundheitsministerium traf kürzlich in Langgöns mit Noweda-Chef Dr. Michael Kuck zusammen. Im Mittelpunkt ihres Gesprächs standen die finanziellen Schwierigkeiten lokaler Apotheken und die dringende Notwendigkeit einer faireren Vergütung. Beide betonten die unverzichtbare Rolle dieser Betriebe für die medizinische Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen.
Optendrenk unterstrich, dass Apotheken wirtschaftlich stabil bleiben müssten, um die Gesundheitsversorgung vor Ort aufrechtzuerhalten. Zuverlässige Finanzierung sei entscheidend, damit sie Patienten weiterhin beraten und die Arzneimittelsicherheit gewährleisten könnten. Kuck pflichtete ihr bei und verwies darauf, dass Apotheken heute essenzielle Leistungen wie Impfungen, Diagnostik und medizinische Ersthilfe anböten.
Thema war auch der Wettbewerb zwischen traditionellen Apotheken, Großhändlern und Versandapotheken. Kuck forderte eine Erhöhung der Pauschale für dringende Rezepte und warnte, dass die aktuellen Sätze die steigenden Kosten nicht deckten. Optendrenk ergänzte, dass Apotheken oft die erste Anlaufstelle für medizinischen Rat seien – besonders außerhalb der Städte.
Hessen hatte sich zuvor öffentlich kritisch zum Bundesgesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung (ApoVWG) geäußert. Der Bundesrat lehnte auf Initiative des Landes Pläne für "apothekerfreie" Apotheken ab und setzte sich stattdessen für bessere Vergütungsmodelle ein. Beide Verantwortliche warnten, dass ohne fairere Regelungen die finanzielle Belastung der lokalen Apotheken weiter zunehmen werde.
Die Gespräche in Langgöns machten deutlich, wie dringend politische Änderungen nötig sind, um die Existenz der Apotheken vor Ort zu sichern. Hessens Widerstand gegen das ApoVWG spiegelt dabei größere Bedenken wider – etwa beim fairen Wettbewerb und der Patientenversorgung. Ohne angepasste Förderung, so die Warnung der Verantwortlichen, stehe die Zukunft der wohnortnahen Apothekenversorgung auf dem Spiel.






