IMK blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball – trotz scharfer Kritik aus NRW
Paul FischerIMK blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball – trotz scharfer Kritik aus NRW
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul äußerte sich scharf kritisch über die bisherige Handhabung solcher Vorfälle. Er hält die bestehenden Bemühungen zur Bekämpfung von Fußballgewalt für unzureichend.
Reul warf dem Schiedsrichter vor, das DFB-Pokalfinale im Mai trotz des Abbrennens von Pyrotechnik nicht abgebrochen zu haben. In einem vertraulichen Bericht bezeichnete er Pyrotechnik als eine der größten Sicherheitsherausforderungen in Stadien. Der Minister fordert nun strengere Kontrollen durch die Vereine, darunter Durchsuchungen von Ultra-Fanräumen und eine verstärkte Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden.
Eine Arbeitsgruppe mit dem Namen „Fußball ohne Gewalt“ diskutiert derzeit über mögliche Sanktionen bei Verstößen, hat jedoch noch keinen neuen Plan vorgelegt. Bisherige Geldstrafen bei Pyrotechnik-Delikten zeigten kaum Wirkung, und auch Pilotprojekte mit Detektoren brachten enttäuschende Ergebnisse. Die Vereine argumentieren hingegen, dass umfassende Kontrollen kaum umsetzbar seien.
Die IMK wird die weitere Debatte über Pyrotechnik auf ihre Herbstkonferenz vertagen. Trotz der jüngsten Vorfälle beim DFB-Pokalfinale gibt es vorerst keine unmittelbaren Änderungen der aktuellen Richtlinien. Die Entscheidung bedeutet, dass in absehbarer Zeit keine neuen Regeln eingeführt werden. Die Vereine stehen jedoch unter Druck der Behörden, ihre eigenen Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Das Thema bleibt auf der Tagesordnung für die nächste IMK-Sitzung in diesem Jahr.






