Kfz-Branche bleibt Deutschlands größter Ausbilder – doch der Nachwuchs fehlt
Paul FischerKfz-Branche bleibt Deutschlands größter Ausbilder – doch der Nachwuchs fehlt
Deutschlands Kfz-Gewerbe bleibt Spitzenreiter in der Berufsausbildung
Die deutsche Automobilbranche ist nach wie vor der größte Anbieter dualer Berufsausbildungen im Land. Mit aktuell 73.500 Auszubildenden setzt die Branche stark auf ihr duales Ausbildungssystem, um Fachkräfte zu sichern. Doch die Werkstätten stehen weiterhin vor Herausforderungen, wenn es darum geht, die nächste Generation von Techniker:innen zu gewinnen und vorzubereiten.
Die Zahl der neuen Auszubildenden im Bereich Kfz-Mechatronik ist in den vergangenen fünf Jahren nahezu konstant geblieben. 2025 wurden 23.007 Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein leichter Rückgang gegenüber 23.661 im Jahr 2024. Für 2025/2026 wird erwartet, dass rund 10.000 Lehrlinge ihre Ausbildung abschließen. Die hohe Nachfrage, insbesondere unter männlichen Bewerbern, sowie der Wandel hin zur E-Mobilität halten das Interesse aufrecht. Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder BMW-Händler werben weiterhin aktiv um Nachwuchskräfte.
Betriebe sehen Praktika als beste Möglichkeit, junge Menschen zu begeistern und ihr Potenzial einzuschätzen. Viele kämpfen jedoch mit zu wenigen Bewerbungen oder Kandidaten, denen grundlegende Qualifikationen fehlen. Arbeitgeber legen heute nicht nur Wert auf fachliche Kompetenzen, sondern auch auf persönliche Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Motivation und soziale Fähigkeiten. Durch Hochvoltsysteme, Software und alternative Antriebe hat sich das Berufsbild gewandelt – gefragt sind nun mehr technologische Neugier und bessere Kundenkommunikation.
Um sich anzupassen, drängt die Branche auf eine Modernisierung der Ausbildungsinhalte, insbesondere in den Bereichen Elektrik, Elektronik und Software. Verbände sollen zudem mehr Fortbildungen für Ausbilder:innen, digitale Lerntools und zielgruppenspezifische Kampagnen anbieten, um junge Talente zu gewinnen.
Das Ausbildungssystem der Automobilbranche bleibt zwar stabil, doch technologische Entwicklungen und neue Anforderungsprofile erzwingen Veränderungen. Werkstätten müssen ihre Ansätze in Ausbildung und Personalgewinnung modernisieren – sonst droht ein Mangel an qualifizierten Fachkräften für die Zukunft.






