Kulturminister Weimer in der Kritik – doch Kanzler Merz hält zu ihm
Lukas HoffmannKulturminister Weimer in der Kritik – doch Kanzler Merz hält zu ihm
Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, steht seit Wochen massiv in der Kritik. Seine Entscheidungen – von der Ausschließung unabhängiger Buchhandlungen bei einem bedeutenden Preis bis zum Stopp von Bibliotheksneubauten – haben landesweit Empörung ausgelöst. Nun haben sich prominente Persönlichkeiten, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, öffentlich hinter ihn gestellt, während die Kontroverse weiter anschwillt.
Die jüngste Welle der Kritik begann, als Weimer unabhängige Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausschloss und die Preisverleihung absagte. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte diesen Schritt als Angriff auf die literarische Kultur. Noch größere Empörung löste die Meldung aus, Weimer habe Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz überprüfen lassen – ein Vorgehen, das viele als unzulässige Einmischung werteten.
Zudem stieß Weimer auf Widerstand, als er versuchte, Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, abzulösen. Vertreter der Filmbranche und Kulturschaffende warnten, dies gefährde die künstlerische Unabhängigkeit. Ein weiterer Streitpunkt war seine Ankündigung, den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zu stoppen – ein Projekt, das von Wissenschaftlern und lokalen Politikern seit Langem unterstützt wird.
Der Druck auf Weimer wuchs, als die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes ihn aufforderten, von einer Rede bei der diesjährigen Gedenkfeier zur Befreiung der Konzentrationslager Abstand zu nehmen. Sie begründeten dies mit Bedenken gegenüber seiner Kulturpolitik und deren möglichen Auswirkungen auf die historische Erinnerungskultur.
Am 25. März 2026 nahm Kanzler Friedrich Merz im Bundestag zu den Vorwürfen Stellung. Er betonte, Weimer genieße sein volles Vertrauen, und erklärte: "Wolfram Weimer hat mein Vertrauen." Merz räumte ein, dass Konflikte für einen Kulturminister unvermeidbar seien, bezeichnete Weimers Handeln aber als Teil notwendiger gesellschaftlicher Debatten. Zudem verteidigte er den Minister gegen Kritik der AfD zum Buchhandlungspreis und verwies darauf, dass Buchhandlungen in der Regel ein breites politisches Spektrum abbildeten – nicht nur die Meinung ihrer Inhaber.
Trotz der massiven Kritik bekräftigte Merz seine Unterstützung für viele von Weimers kulturellen Initiativen. Die Auseinandersetzungen seien in einer Position, die die nationale Medien- und Kulturpolitik prägt, unvermeidbar, so der Kanzler.
Weimer bleibt vorerst im Amt – gestützt durch den Kanzler. Doch der Widerstand aus Kulturinstitutionen und der politischen Opposition ebbt nicht ab. Die Debatten über seine Politik – von Regulierungen für Buchhandlungen bis zu Bibliotheksprojekten – werden seinen weiteren Amtsweg begleiten. Seine nächsten Schritte im Kulturbereich werden von Kritikern wie Befürwortern gleichermaßen genau beobachtet werden.






