Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: SPD und CDU liefern sich ein Duell um die Macht
Paul FischerSchweitzer: SPD soll lenken, nicht nur mitfahren - Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: SPD und CDU liefern sich ein Duell um die Macht
Die anstehende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz könnte nach Jahrzehnten der SPD-Vorherrschaft einen Wendepunkt markieren. Aktuelle Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU hin – und damit auf das Ende der stabilen Regierungszeit unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Der SPD-Spitzenkandidat Alexander Schweitzer hat klargestellt, dass er im Falle einer Koalitionsbildung nicht zurücktreten werde: Er strebe die Führung an, keine Nebenrolle.
Seit 1991 stellt die SPD in Rheinland-Pfalz den Ministerpräsidenten, oft in wechselnden Bündnissen, stets jedoch als dominierende Kraft. Nach der Wahl 2021 regierte die Partei mit den Grünen, an der Spitze Malu Dreyer. Doch die jüngsten Erhebungen zeigen die CDU fast gleichauf – ein möglicher Machtwechsel zeichnet sich ab.
Schweitzer, der SPD-Kanzlerkandidat, schließt eine Beteiligung an einer CDU-geführten Regierung kategorisch aus. Stattdessen lässt er eine Große Koalition – ein Bündnis der beiden Volksparteien – offen, falls keine Seite eine klare Mehrheit erringt. Seine Haltung vereint Pragmatismus und Ehrgeiz: Er pocht auf die Führungsrolle, nicht auf die zweite Geige.
Rückendeckung erhält Schweitzer von Parteigrößen wie den früheren Ministerpräsidenten Malu Dreyer, Kurt Beck und Rudolf Scharping. Ihre Unterstützung unterstreicht seine Erfahrung, die er oft mit seiner Kindheit auf einem Binnenschiff verknüpft – wo er seinen Vater in schwierigen Gewässern steuern sah. Der Vergleich kommt bei den Wählern an, positioniert er sich doch als ruhige Hand in unsicheren politischen Zeiten.
Analysten hatten der Region trotz des Erstarkens der AfD in Westdeutschland bisher Stabilität attestiert. Doch die neuesten Umfragen erzählen eine andere Geschichte: SPD und CDU liefern sich ein enges Rennen. Schweitzer selbst rechnet mit einem hauchdünnen Ausgang – und bereitet damit den Boden für zähe Sondierungsgespräche nach der Wahl.
Das Ergebnis wird entscheiden, ob die SPD ihre lange Ära in Rheinland-Pfalz fortsetzt oder die CDU die Macht übernimmt. Schweitzers Weigerung, unter einer CDU-geführten Regierung zu dienen, verengt die Optionen – und macht eine Große Koalition zur wahrscheinlichsten Alternative, falls keine Partei die absolute Mehrheit holt. Die Wahl wird nicht nur die Landesführung prägen, sondern auch das Kräfteverhältnis in Westdeutschland für die kommenden Jahre.






