Logistikbranche warnt vor Kollaps durch Rekord-Dieselpreise und fordert Soforthilfe
Lukas HoffmannLogistikbranche warnt vor Kollaps durch Rekord-Dieselpreise und fordert Soforthilfe
Logistikunternehmen in Deutschland ächzen unter Rekord-Spritkosten
Die Dieselpreise für Großabnehmer sind erneut gestiegen und setzen die Branche unter Druck – nun fordert die Wirtschaft rasche Hilfe von der Bundesregierung. Verbände warnen: Ohne Entlastung drohen massive Störungen in den Lieferketten.
Laut aktuellem Index kletterten die Dieselkosten für Großkunden von 120,4 Punkten im Februar 2025 auf 122,7 Punkte im Februar 2026 – ein Anstieg um 1,9 Prozent innerhalb eines Jahres. Der Preis für 100 Liter (ohne Mehrwertsteuer) stieg von 130,77 Euro auf 133,36 Euro. Während Benzin derzeit an deutschen Tankstellen im Schnitt 1,74 Euro pro Liter kostet, bleibt Diesel für Transportunternehmen der entscheidende Kostenfaktor.
Vier große Branchenverbände – der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik (BGL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BPEX), die Arbeitsgemeinschaft Möbeltransport (AMÖ) und der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) – haben sich nun in einem gemeinsamen Appell an die Bundesregierung gewandt. Sie fordern sofortige, kurzfristige Maßnahmen, um die Belastung abzufedern. Statt langfristiger Subventionen wünschen sich die Verbände eine zeitweise Obergrenze für die Spritpreise, um die Krise zu überbrücken.
Die Entlastung solle dabei ausschließlich die Mehreinnahmen des Staates aus höheren Energiesteuern und CO₂-Bepreisung ausgleichen, betonen die Verbände. Sie stellen klar: Der Staat dürfe nicht auf Kosten von Unternehmen und Steuerzahlern Profit aus der Situation schlagen. Eine stabile und bezahlbare Logistikbranche sei unverzichtbar, um Lieferketten am Laufen zu halten und die Versorgung von Wirtschaft und Verbrauchern zu sichern.
Die Bundesregierung steht nun unter Zugzwang. Ohne Gegensteuerung werden die steigenden Dieselkosten weiter auf Speditionen, Kurierdienste und Frachtunternehmen durchschlagen – mit möglichen Folgen für Preise bei Unternehmen und Endverbrauchern.






