Massenhafte Lohnverstöße und illegale Beschäftigung in der Paketbranche aufgedeckt
Stjepan HeinrichMassenhafte Lohnverstöße und illegale Beschäftigung in der Paketbranche aufgedeckt
Bundesweite Razzia im Paketzustellsektor deckt flächendeckende Lohnverstöße und illegale Beschäftigung auf
Bei landesweiten Kontrollen in der Paketbranche sind massenhafte Verstöße gegen den Mindestlohn sowie illegale Beschäftigungspraktiken aufgedeckt worden. Zollbeamte prüften über 2.900 Unternehmen und fanden dabei unbezahlte Mindestlöhne sowie nicht angemeldete Arbeitsverhältnisse bei großen Kurierdiensten.
Die Inspektionen konzentrierten sich auf wichtige Logistikstandorte: Allein in Köln wurden 27 Firmen überprüft, in Münster 16. Die Ermittler stellten fest, dass viele Fahrer – insbesondere solche, die für Subunternehmer arbeiten – den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde nicht erhielten. Überstunden, Ladezeiten und zusätzliche Arbeitsstunden blieben oft unbezahlt.
Zudem umgingen Subunternehmer Sozialabgaben und begingen Steuerhinterziehung. In einem Fall arbeitete ein 39-jähriger Türke in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis. Viele Fahrer kannten ihren Beschäftigungsstatus oder ihre Rechte überhaupt nicht.
Die Paketbranche ist durch den Boom des Online-Handels rasant gewachsen und stark von Subunternehmern abhängig. Unternehmen wie Amazon, DPD, Hermes und GLS setzen für ihre Lieferungen ganz oder teilweise auf diese Drittfirmen. Finanzminister Lars Klingbeil hat nun verschärfte Kontrollen angekündigt, um illegale Beschäftigung und die Ausbeutung von Arbeitnehmern in der Branche zu bekämpfen.
Die Ergebnisse zeigen systemische Missstände in der Kurierbranche auf, wo Subunternehmerverträge Lohnbetrug und Steuerhinterziehung begünstigen. Die Behörden kündigten weitere Maßnahmen an, um die Einhaltung der Arbeitsgesetze und faire Bezahlung für Zusteller durchzusetzen.






