03 April 2026, 16:15

Merzs Rückkehraussage für Syrer löst Wirtschaftswarnungen aus

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien, auf der die Anzahl der durch Gewalt vertriebenen Binnenflüchtlinge dargestellt ist, begleitet von Text und Grafiken.

Merzs Rückkehraussage für Syrer löst Wirtschaftswarnungen aus

Bundeskanzler Friedrich Merzs Prognose, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden, stößt bei Wirtschaftsexperten auf Skepsis. Neue Studien deuten darauf hin, dass ein derartiger massenhafter Abwanderungstrend die demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes noch verschärfen könnte. Offizielle Zahlen zeigen, dass derzeit rund 936.000 syrische Staatsbürger – die meisten von ihnen Geflüchtete – in Deutschland leben.

Laut Regierungsdaten von 2024 beherbergt Deutschland etwa 936.000 Syrer, darunter über 700.000, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind. Andere Schätzungen gehen von bis zu 944.000 Menschen aus, wenn diejenigen mit deutscher Staatsbürgerschaft nicht mitgezählt werden. Viele von ihnen sind bereits in den Arbeitsmarkt integriert, sodass ihr möglicher Weggang eine direkte Gefahr für die Wirtschaft darstellen würde.

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Ökonomen warnen, dass der Verlust eines beträchtlichen Teils dieser Gruppe bestehende Probleme verschärfen würde. Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) betonte, dass selbst eine teilweise Umsetzung von Merzs Plan das ohnehin schwache Wachstum Deutschlands weiter belasten könnte. Sie verwies auf den zusätzlichen demografischen Druck, den solche Abwanderungen auslösen würden.

Timo Wollmershäuser vom ifo Institut pflichtete dem bei und wies darauf hin, dass die jüngere Zuwanderung den demografischen Rückgang vorübergehend abgemildert habe. Sollten nun große Teile dieser Gruppe das Land verlassen, würde dies die Produktionskapazität Deutschlands erneut schwächen, so Wollmershäuser. Beide Experten unterstrichen die wirtschaftlichen Folgen, die mit dem Verlust einer bereits integrierten Arbeitskraft einhergingen.

Die Debatte über die Rückkehr syrischer Geflüchteter kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit einer alternden Bevölkerung und schwacher Wirtschaftsentwicklung zu kämpfen hat. Ein massenhafter Wegzug von Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter könnte die ohnehin schrumpfende Arbeitskraft weiter verringern. Politiker und Forscher hinterfragen inzwischen, ob das Ziel des Kanzlers realistisch – oder für die Wirtschaft überhaupt wünschenswert – ist.

Quelle