Migrationsforscher Knaus kritisiert Deutschlands umstrittene Asylpolitik als rechtlich fragwürdig
Paul FischerMigrationsforscher Knaus kritisiert Deutschlands umstrittene Asylpolitik als rechtlich fragwürdig
Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat sich gegen die jüngste Zurückweisungspraxis Deutschlands für Asylsuchende ausgesprochen. Er argumentiert, dass dieser Ansatz gegen EU-Recht verstoße und keine langfristige Lösung biete. Seine Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung die Grenzkontrollen zu Nachbarländern wie Österreich, Polen und der Schweiz verschärft.
Die Praxis der Zurückweisungen an den Grenzen war ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden. Seit Mai 2025 setzt die deutsche Regierung sie aktiv an den Binnengrenzen um. Trotz dieser Maßnahmen zeigt sich laut Knaus jedoch kaum eine spürbare Wirkung.
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zu 2024 stark zurückgegangen. Knaus führt diesen Rückgang vor allem auf die Entwicklungen in Syrien zurück, insbesondere auf den Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024. Noch vor diesem Jahr hatten 80 Prozent der syrischen Schutzberechtigten in der EU ihren Wohnsitz in Deutschland oder Österreich genommen.
Knaus ist überzeugt, dass die Regierung eine Chance verpasst habe, ein nachhaltiges und humanes System für den Umgang mit irregulärer Migration zu schaffen. Statt auf Zurückweisungen zu setzen, hätte die Politik seiner Meinung nach die sinkenden Antragszahlen nutzen sollen, um die Asylverfahren im Einklang mit EU-Standards zu reformieren.
Deutschland und Österreich verzeichnen derzeit den stärksten Rückgang bei Asylgesuchen. Die konsequent durchgesetzte Zurückweisungsstrategie hat jedoch nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Knaus betont, dass ein rechtmäßiger, langfristiger Ansatz wirksamer gewesen wäre als die aktuellen Maßnahmen.






