15 April 2026, 04:03

Mindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro spaltet Ökonomen: Bringt sie wirklich weniger Armut?

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der armen Menschen und die Armutsquote in den USA von 1959 bis 2005 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Mindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro spaltet Ökonomen: Bringt sie wirklich weniger Armut?

Pläne zur Erhöhung des Mindestlohns auf 14,60 Euro bis 2027 sorgen für Streit unter Ökonomen

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Während Befürworter die Vorteile für Geringverdiener betonen, warnen Kritiker vor begrenzten Effekten bei der Armutsbekämpfung und möglichen Arbeitsplatzverlusten. Eine neue Studie des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) deutet darauf hin, dass die geplanten Anpassungen nicht die erhofften Ergebnisse bringen könnten.

Laut den Simulationen des IW würde eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro die Armutsquote insgesamt nur um 0,2 Prozentpunkte senken. Selbst der geringere Anstieg auf 14,60 Euro im Jahr 2027 dürfte demnach nur eine bescheidene Wirkung entfalten. Zudem kam das Institut zu dem Schluss, dass die Auswirkungen auf die Rentenansprüche von Vollzeitbeschäftigten "sehr begrenzt" wären.

Ein positiver Effekt ist bereits jetzt messbar: Das Armutsrisiko bei Beschäftigten, die zuvor weniger als 12 Euro pro Stunde verdienten, sank um 5,5 Prozentpunkte. Dennoch stieg die allgemeine Armutsgefährdungsquote der gesamten Bevölkerung im Folgejahr auf 16,3 Prozent.

Befürworter argumentieren, dass höhere Mindestlöhne die Einkommen der am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmer stärken. Gegner hingegen behaupten, dass steigende Lohnkosten Unternehmen dazu zwingen, Stellen abzubauen. Diese gegensätzlichen Positionen lassen Ökonomen an den langfristigen Vorteilen weiterer Lohnerhöhungen zweifeln.

Die Erkenntnisse des IW stellen die Wirksamkeit des Mindestlohns als Instrument zur Armutsbekämpfung infrage. Zwar haben einige Geringverdiener von den Anpassungen profitiert, doch der Gesamteffekt auf die Armutsquote bleibt gering. Die Debatte darüber, ob höhere Löhne den Arbeitnehmern nutzen oder zu weniger Jobs führen, dauert an.

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