26 March 2026, 08:02

Neues "Recht auf Reparatur"-Gesetz: Mehr Nachhaltigkeit oder halbherziger Kompromiss?

Eine große Gruppe von Menschen nimmt an einer Black Lives Matter Demonstration in Berlin teil, einige halten Schilder und andere tragen Mützen und Taschen, vorne ein Fahrrad und im Hintergrund Bäume und ein Pfahl.

Neues "Recht auf Reparatur"-Gesetz: Mehr Nachhaltigkeit oder halbherziger Kompromiss?

Der Bundeskabinett hat ein neues "Recht auf Reparatur"-Gesetz verabschiedet, das die Lebensdauer von Haushaltsgeräten verlängern soll. Der von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) vorgelegte Gesetzentwurf zielt darauf ab, Reparaturen zugänglicher zu machen. Kritiker monieren jedoch, dass die Maßnahmen nicht weit genug gehen, um geplante Obsoleszenz zu bekämpfen oder die Erschwinglichkeit zu garantieren.

Der von Justizministerin Hubig eingebrachte Entwurf reagiert auf die wachsende Kritik an kurzlebigen Elektronikgeräten. Künftig sollen Hersteller verpflichtet werden, über einen festgelegten Zeitraum nach dem Kauf Ersatzteile, Reparaturinformationen und Software-Updates bereitzustellen.

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Janis Ehling, Bundesgeschäftsführer der Linken, übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. Er wirft dem Gesetz vor, geplante Obsoleszenz – also die bewusste Konstruktion von Geräten, die kurz nach Ablauf der Garantie defekt werden – nicht zu unterbinden. Ehling bezeichnet diese Praxis als "berechneten Betrug" und fordert, sie strafrechtlich zu ahnden.

Laut Ehling bleibt das Gesetz wirkungslos, wenn Reparaturen zu teuer sind. Er betont, dass Geräte so konzipiert sein müssten, dass sie sich einfach reparieren lassen – ohne teure Spezialteile oder unnötige technische Hürden. Seine Forderungen umfassen einen garantierten Zugang zu Ersatzteilen, Software-Tools und Reparaturanleitungen für alle Gerätebesitzer.

Die Linke weist zudem darauf hin, dass das Gesetz nicht sicherstellt, dass Reparaturen günstiger sind als der Neukauf. Ohne strengere Preiskontrollen, so die Befürchtung, könnten Verbraucher weiterhin eher zum Austausch als zur Reparatur greifen.

Nach der Kabinettsfreigabe geht der Gesetzentwurf nun in die nächste Phase, doch seine Wirkung bleibt ungewiss. Sollte er verabschiedet werden, müssen sich Hersteller an die neuen Reparaturvorgaben halten – doch Kritiker warnen, dass Lücken bei der Bezahlbarkeit und Durchsetzung die Effektivität einschränken könnten. Die Debatte über geplante Obsoleszenz und Verbraucherrechte wird voraussichtlich weitergehen, während das Gesetz seinen Weg durch den Gesetzgebungsprozess nimmt.

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