Nina Warkens Apothekenreform spaltet Bund und Länder nach harter Ablehnung

Lukas Hoffmann
Lukas Hoffmann
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Ein blauer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die besagt "Gesetzgeber verlangen seit 33 Jahren die Erlaubnis für Medicare, Arzneimittelpreise auszuhandeln" und ein Logo unten.Lukas Hoffmann

Nina Warkens Apothekenreform spaltet Bund und Länder nach harter Ablehnung

Gesundheitsministerin Nina Warken sieht sich mit massivem Widerstand gegen ihre Pläne zur Apothekenreform konfrontiert. Der Bundesrat hatte am 30. Januar 2026 zwar 30 Änderungsvorschläge beschlossen, doch Warken lehnte fast alle davon ab. Kritiker warnen nun, ihr Vorgehen berge die Gefahr, die gleichen Konflikte zu wiederholen, die bereits unter ihrem Vorgänger Karl Lauterbach aufgetreten waren.

Warken hatte zunächst einen kooperativeren Führungsstil versprochen und betont, sie wolle auf Dialog und gemeinsame Lösungen mit den Beteiligten setzen. Damit wollte sie sich bewusst von Lauterbachs konfrontativem Kurs abgrenzen. Als der Bundesrat – als Vertretung der 16 Bundesländer – jedoch 30 Änderungen einbrachte, wies sie die meisten ohne Kompromissbereitschaft zurück.

Zu den Forderungen des Bundesrates gehörten unter anderem eine Grundgebühr für kleinere Apotheken sowie strengere Kontrollen für Versandapotheken. Zudem lehnten die Länder die Pläne der Bundesregierung ab, die Vorschriften für die Eröffnung von Filialapotheken zu lockern. Da die Reform jedoch nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, lehnte Warkens Ministerium die Änderungen ab.

Ihre Ablehnung erstreckte sich sogar auf Vorschläge des erfahrenen Gesundheitspolitikers Karl-Josef Laumann, der sich für eine Versorgungspauschale und schärfere Auflagen für Versandapotheken eingesetzt hatte. Seitdem üben Branchenverbände und Landesgesundheitsminister scharfe Kritik an Warkens Haltung und werfen ihr vor, die Zusammenarbeit zu untergraben. Einige fürchten nun, ihr Kurs könnte die Länder isolieren – ähnlich wie bereits unter Lauterbachs polarisierender Amtszeit.

Kernstück der Reform sind freie Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Apotheken über Medikamentenzuschläge, die die bisherigen Festbeträge ersetzen sollen. Doch da zentrale Einwände ignoriert wurden, verschärfen sich die Spannungen zwischen Bund und Ländern.

Die Änderungsanträge des Bundesrates wurden weitgehend beiseitegeschoben, was bei Landesvertretern und Branchenakteuren Frust auslöst. Warkens Reform wird nun ohne ihre Mitwirkung umgesetzt – doch die langfristigen Folgen für den Apothekenbetrieb und das Verhältnis zwischen Bund und Ländern bleiben ungewiss. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob ihre Strategie das Gesundheitssystem stärkt oder die bestehenden Gräben weiter vertieft.

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