17 March 2026, 10:11

Oktoberfest in München: Traum für Touristen, Albtraum für Anwohner wie Martin Stanek

Eine Menschenmenge, die eine Straße mit Zelten, Fahrzeugen und Bäumen entlanggeht, mit einem Bogen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund und Fahnenmästen auf der linken Seite.

Oktoberfest in München: Traum für Touristen, Albtraum für Anwohner wie Martin Stanek

Für Martin Stanek ist das Leben in der Nähe des Münchner Oktoberfests eine Mischung aus Begeisterung und Frust. Jedes Jahr verwandelt die weltberühmte Wiesn seine Nachbarschaft in eine lebendige, aber chaotische Zone. Zwar genießt er die Festtagsatmosphäre, doch der Dreck und die Respektlosigkeit einiger Besucher werden für ihn zunehmend zum Problem.

Das Oktoberfest dauert 16 bis 18 Tage – es beginnt am ersten Samstag nach dem 15. September und endet am ersten Sonntag im Oktober. Diese Tradition geht auf das Jahr 1872 zurück, als der Münchner Stadtrat das Fest wegen des milderen Wetters in den späten September verlegte. Fällt der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) auf einen Montag oder Dienstag, verlängert sich das Volksfest auf 17 oder sogar 18 Tage.

Stanek, der seinen echten Namen nicht nennen möchte, wohnt mit seiner Familie nur wenige Schritte vom Festgelände entfernt. Während der Wiesn wird seine Straße zum Anziehungspunkt für betrunkene Feiernde, darunter auch Prominente wie die Kaulitz-Brüder oder bekannte Wirte. Immer wieder findet er Menschen, die bewusstlos auf dem Gehweg liegen, Urinflecken vor seiner Haustür oder sogar Kot auf dem Bürgersteig. Die mangelnde Rücksichtnahme mancher Gäste geht ihm besonders nahe.

Trotz Versuchen, sein Eigentum zu schützen – ein Nachbar hat etwa seinen Vorgarten eingezäunt –, bleibt das Problem bestehen. Stanek hat zwar überlegt, die Vorfälle über Münchens Online-Portal machmuenchenbesser.de zu melden, aber bisher noch nicht umgesetzt. Stattdessen hofft er auf mehr Polizeistreifen, um für Ordnung zu sorgen.

Der erste Montag nach der Wiesn ist für Stanek jedes Mal eine Erleichterung. Zwar empfindet er ein wenig Wehmut, doch die Rückkehr zur Ruhe ist eine willkommene Abwechslung.

Staneks Erfahrungen zeigen die zwiespältige Seite des Oktoberfests für die Anwohner: Das Fest bringt weltweiten Ruhm und wirtschaftliche Vorteile, hinterlässt aber auch Lärm, Dreck und Störungen. Ohne strengere Regularien werden die Belastungen für die Menschen in der Umgebung wohl jedes Jahr aufs Neue anhalten.

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