Oscars 2024: Vom Vollbart bis zum Glattlook – wie sich Barttrends in Hollywood verändern
Emma KochIst der Schnurrbart jetzt in Mode oder nicht? - Oscars 2024: Vom Vollbart bis zum Glattlook – wie sich Barttrends in Hollywood verändern
Die diesjährige Oscar-Verleihung zeigte auf dem roten Teppich eine bunte Mischung aus Barttrends – von markanten Vollbärten bis hin zu kaum sichtbaren Oberlippenbärtchen. Während einige Stars auf klassische Stile setzten, überraschten andere ihre Fans mit glatt rasierten Looks. Die Veranstaltung unterstrich, wie sich Pflegetrends in Hollywood und darüber hinaus ständig weiterentwickeln.
In den vergangenen fünf Jahren erlebte der Schnurrbart in der Popkultur einen dramatischen Aufstieg und Fall. Was einst als TikTok-getriebene Renaissance begann, ist heute einer glatteren, gepflegteren Ästhetik gewichen.
Bei den Oscars entschied sich Ewan McGregor für einen akkurat gestutzten Vollbart, der seinem Erscheinungsbild eine scharfe, strukturierte Note verlieh. Michael B. Jordan setzte dagegen auf einen Ankerbart – einen Stil, der die Kieferpartie betont, ohne die Oberlippe zu bedecken. Ethan Hawke fiel mit einem Henri-quatre, einem fein geformten Ziegenbärtchen im Vintage-Look, besonders auf.
Auch Schnurrbärte waren vertreten, wenn auch in dezenteren Varianten. Timothée Chalamet trug einen zarten Bleistiftschnurrbart, der kaum sichtbar war, aber einen Hauch von altem Hollywood-Charme verströmte. Leonardo DiCaprios Schnurrbart hingegen gehörte zu den meistdiskutierten Details des Abends – dichter und ausgeprägter als der von Chalamet. Dagegen sorgte Pedro Pascals Entscheidung, glatt rasiert aufzutreten, für Überraschung und löste Debatten über die Zukunft von Gesichtsbehaarung in der Promi-Welt aus.
Die Beliebtheit des Schnurrbarts schwankte in den letzten Jahren stark. Um 2021 belebten Stars wie Harry Styles und Post Malone den Trend – nicht zuletzt dank des Einflusses von TikTok. Doch bis 2024 war der Look bei jungen Musikern und Influencern fast vollständig verschwunden. Der Wandel kam, als die Generation Z den "Glow-up"-Trend adaptierte: glatte, makellose Gesichter, inspiriert von K-Pop-Idolen wie BTS und Stray Kids. Gleichzeitig förderten Diskussionen über geschlechterneutrale Pflege und fließende Männlichkeitsbilder den Übergang zu minimalistischeren Stilen.
Die 1980er-Jahre hatten mit dem Chevron-Schnurrbart – einem dicken, geraden Modell – ihr eigenes ikonisches Markenzeichen. Heute experimentieren Stars wie Harry Styles zwar noch mit Stoppeln, doch meist als Form des Selbstausdrucks und weniger als festen Trend. Neuere Pop-Größen wie Benson Boone halten die Schnurrbart-Tradition am Leben, doch seine Massenattraktivität hat nachgelassen. Dennoch gilt der moderne Schnurrbart nach wie vor als attraktiv und überwindet Geschlechter- und Sexualitätsgrenzen – etwas, das nur wenigen Pflegetrends gelingt.
Der rote Teppich der Oscars spiegelte einen größeren kulturellen Wandel wider: Weg von auffälliger Gesichtsbehaarung. Zwar sind Bärte und Schnurrbärte noch präsent, doch sie sind längst nicht mehr die Standardwahl junger Stars. Stattdessen dominieren glatt rasierte Looks und sorgfältig gestylter Dreitagebart – angetrieben von globalen Schönheitsidealen und sich wandelnden Vorstellungen von Männlichkeit.
Fürs Erste scheint der Höhepunkt des Schnurrbarts – zumindest in der Popkultur – vorbei zu sein. Doch wie bei Trends üblich, könnte er in einigen Jahren ein überraschendes Comeback feiern.






