Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft um Überleben – nur Leuna gibt Hoffnung
Heinz-Walter Koch IIOstdeutsche Chemieindustrie kämpft um Überleben – nur Leuna gibt Hoffnung
Ostdeutschlands Chemieindustrie steht vor einem weiteren schwierigen Jahr
Zum dritten Mal in Folge sind Produktion, Umsätze und Arbeitsplätze in der ostdeutschen Chemieindustrie rückläufig. Doch ein möglicher Rettungsdeal für das Werk Domo in Leuna gibt der angeschlagenen Branche einen seltenen Hoffnungsschimmer.
Die chemische und pharmazeutische Industrie in Ostdeutschland erzielte 2025 einen Umsatz von rund 28,5 Milliarden Euro – ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Doch das Wachstum ging allein auf das Konto der Pharmasparte zurück. Die traditionelle Chemieproduktion hingegen brach um etwa drei Prozent ein, wobei die Fabriken im Schnitt nur zu 72 Prozent ausgelastet waren.
Hohe Energiekosten, teure Rohstoffe und strengere Vorschriften belasten die Branche weiterhin. Gleichzeitig verschärft sich der internationale Wettbewerb, während geopolitische Spannungen – etwa der Konflikt im Nahen Osten – zusätzlichen Druck ausüben. Die Folge: Unternehmen bauen Stellen ab, auch wenn der Pharmabereich bisher stabiler blieb. Insgesamt beschäftigt die Branche noch rund 63.000 Menschen.
Trotz dieser Herausforderungen sticht die mögliche Rettung von Domo in Leuna als wichtiger Lichtblick hervor. Experten glauben, dass dies den Standort stabilisieren und ein positives Signal für die gesamte Industrie senden könnte. Dennoch bleiben die meisten Unternehmen zurückhaltend – nur etwa zehn Prozent erwarten eine kurzfristige Besserung.
Die Chemieindustrie in Ostdeutschland bleibt in einem labilen Zustand. Zwar könnte der Domo-Deal etwas Entlastung bringen, doch grundsätzliche Probleme wie hohe Kosten und schwache Nachfrage bestehen fort. Die Aussichten bleiben vorerst ungewiss – von einer schnellen Erholung ist wenig zu spüren.






