15 May 2026, 18:04

Pflegereform droht Heimbewohner:innen mit 20.000 Euro Mehrkosten

Plakat mit der Aufschrift "28,2 Millionen Amerikaner warten noch auf Obamacare und bleiben unversichert" mit einem Logo unten.

Pflegereform droht Heimbewohner:innen mit 20.000 Euro Mehrkosten

Deutschlands Pflegesystem steht vor einem Finanzloch von 22 Milliarden Euro – dringende Reformen nötig

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will bis Mitte Mai ein Sparpaket vorlegen, das Zuschüsse kürzt und finanzielle Unterstützung für Heimbewohner:innen verschiebt. Kritiker:innen warnen, dass die Pläne viele Menschen in finanzielle Not treiben könnten.

Nach aktuellem System zahlen Heimbewohner:innen monatlich 3.200 Euro, wobei sich die staatlichen Zuschüsse mit der Aufenthaltsdauer erhöhen. Warkens Entwurf sieht vor, diese Zuschüsse zu reduzieren und ihre Auszahlung hinauszuzögern. Nach viereinhalb Jahren soll die maximale Kostenübernahme bei 70 Prozent gedeckelt werden – den Rest müssen die Betroffenen selbst tragen.

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Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass die Änderungen die monatlichen Eigenanteile um 161 Euro erhöhen würden. Über den gesamten Zeitraum könnten auf die Bewohner:innen fast 20.000 Euro zusätzliche Kosten zukommen.

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK, fordert Warken auf, die Reformen zu stoppen. Die Kürzungen würden die Pflegenotlage verschärfen und die Armut unter Langzeitpflegebedürftigen weiter ansteigen lassen, warnt er. Zudem rechnet Storm damit, dass Warken vorschlagen wird, die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen zu halbieren – was die Belastung für unbezahlt tätige Pflegepersonen weiter verschärfen würde.

Ziel der Reformen ist es, das 22-Milliarden-Defizit im System zu schließen. Doch die Pläne drohen, die Kosten weiter auf die Pflegebedürftigen abzuwälzen. Sollten sie umgesetzt werden, würden die Änderungen in den kommenden Jahren greifen – mit wachsendem finanziellen Druck auf die Betroffenen. Eine endgültige Entscheidung der Regierung zu den Vorschlägen steht noch aus.

Quelle