Pötsch soll Volkswagen weiterführen – doch die Aktionäre müssen zustimmen
Stjepan HeinrichPötsch bleibt VW-Spitzenaufseher - Pötsch soll Volkswagen weiterführen – doch die Aktionäre müssen zustimmen
Hans Dieter Pötsch soll seine Führung bei Volkswagen verlängern, nachdem der Nominierungsausschuss seine Wiederwahl unterstützt hat. Der 73-Jährige steht dem Aufsichtsrat des Autokonzerns seit mehr als einem Jahrzehnt vor. Nun müssen die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 18. Juni über seine Zukunft entscheiden.
Pötsch stieg 2003 als Finanzvorstand bei Volkswagen ein. 2015 übernahm er den Vorsitz des Aufsichtsrats – just in dem Moment, als der Konzern mit dem Diesel-Abgasskandal konfrontiert war. Seine ersten Jahre waren geprägt von Krisenbewältigung: Er lenkte das Unternehmen durch juristische Auseinandersetzungen und kostspielige Vergleichszahlungen.
Mit der Zeit verlagerte sich sein Fokus auf langfristige Strategien. Er trieb Investitionen in Elektrofahrzeuge voran und beschleunigte die Markteinführung von Modellen wie der ID.-Reihe. Unter seiner Ägide baute Volkswagen zudem die Batterieproduktion aus und schloss Partnerschaften, darunter ein Deal mit dem schwedischen Zulieferer Northvolt. Die digitale Transformation wurde zu einem weiteren Schwerpunkt – etwa mit der Gründung der Software-Sparte Cariad.
Nun will Pötsch die strategische Ausrichtung des Konzerns weiter prägen. Seine vorgeschlagene Wiederwahl signalisiert Vertrauen in seine Fähigkeit, die anhaltenden Branchenumbrüche und wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern.
Die endgültige Entscheidung liegt bei den Aktionären auf der Juniversammlung. Bei einer Wiederwahl bliebe Pötsch eine Schlüsselfigur für Volkswagens Vorstoß in die Elektromobilität und digitale Innovation. Eine verlängerte Amtszeit würde fast ein Vierteljahrhundert seines Einflusses auf den Autokonzern markieren.






