04 May 2026, 08:12

Protestwelle gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protestwelle gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Eine Allianz aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die Anlage auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue errichten, doch Kritiker bemängeln, dass das Vorhaben mit den Klimazielen der Stadt unvereinbar sei. Gegen das 44-Millionen-Euro-Projekt wurden mittlerweile zehn offizielle Einsprüche bei den Behörden eingereicht.

Das Bündnis, zu dem unter anderem Scientists for Future und der BUND Mainz gehören, argumentiert, dass das Kraftwerk die Pläne von Mainz gefährde, bis 2035 klimaneutral zu werden. Die Investition werde als Festlegung auf veraltete Technologie kritisiert, die möglicherweise noch Jahrzehnte in Betrieb bleibe. Maren Goschke vom BUND Mainz warnte, das Projekt könnte die Region für Jahre in die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zwingen.

Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete den Rückgriff auf Gas in einer Zeit, in der saubere Alternativen verfügbar seien, als „verantwortungslos“. Die Gruppen stellen zudem die langfristigen Pläne von KMW infrage, die Anlage später auf Wasserstoff umzurüsten. Sie zweifeln daran, ob ein solcher Umbau realistisch, ökologisch sinnvoll oder wirtschaftlich tragfähig wäre.

Stattdessen verweist das Bündnis auf Batteriespeicher als erprobte und kostengünstige Lösung. Die Produktionskosten für Batteriespeichereinheiten seien in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken – von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro heute. Ursprünglich hatte die Behörde für den 7. Mai eine Anhörung angesetzt, um die Einsprüche zu prüfen. Diese wurde jedoch abgesagt, nachdem die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) die Bedenken als „hinreichend begründet und konkret“ einstufte.

Die Einsprüche gehen nun in die nächste Phase des behördlichen Prüfverfahrens. Sollten sie Erfolg haben, könnte dies zu Verzögerungen oder sogar zur Verhinderung des Gaskraftwerkbaus führen. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Projekt wie geplant umgesetzt wird oder ob alternative Energielösungen neu bewertet werden müssen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle