24 March 2026, 04:02

Schülerprojekt für Solarmodule auf Schuldach scheitert an Immobilienfirma

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf einem sandigen Strand in der Nähe von Zelten, mit einer Wand und einer Brücke im Hintergrund, die an einer Klimawandel-Demonstration teilnehmen, unter einem bewölkten Himmel.

Schülerprojekt für Solarmodule auf Schuldach scheitert an Immobilienfirma

Ein langjähriges Engagement von Schülern der Max-Eyth-Schule für die Installation von Solarmodulen auf dem Schuldach hat einen schweren Rückschlag erlitten. Das Projekt, das von lokalen Klimaaktivisten unterstützt wurde, wurde kürzlich vom Gebäudeeigentümer, der Montano Real Estate GmbH, blockiert. Das Unternehmen begründete seine Ablehnung mit mangelnder Wirtschaftlichkeit – trotz jahrelanger Planung und breiter öffentlicher Unterstützung.

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Die Initiative für Solarstrom begann vor mehreren Jahren im Rahmen der Fridays-for-Future-Bewegung. Die Schüler, unterstützt von Lehrer Florian Kraft, schlagen vor, rund 700 Module auf dem Schuldach zu installieren. Diese Anlage könnte genug Strom erzeugen, um ein Drittel des Schulbedarfs zu decken – oder den gesamten Jahresverbrauch von 100 Haushalten. Zudem ließen sich dadurch jährlich etwa 160 Tonnen CO₂-Emissionen einsparen.

Anfangs verlief das Projekt vielversprechend. 2022 befürworteten Vertreter der Stadt Dreieich es als klimaneutrale Bildungsinitiative. 2024 bewilligte die hessische Landesregierung über die Landesenergieagentur Hessen eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro. Bis März 2026 gab es keine offiziellen Rücknahmen der Zusage, was auf anhaltende Unterstützung hindeutete.

Doch Ende 2025 lehnte Montano Real Estate den Antrag ab. Das Unternehmen verwies auf rechtliche Hürden, Anforderungen an Dachbegrünungen und fehlende Rentabilität. Eine interne Kostenanalyse ergab, dass selbst erzeugter Solarstrom bei 18 Cent pro Kilowattstunde läge – deutlich über dem aktuellen Bezugspreis von 10 Cent.

Diese Berechnung wurde später widerlegt. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zeigte, dass kleine Dachanlagen höchstens 14,4 Cent pro Kilowattstunde kosten. Großanlagen könnten sogar auf 4 bis 8 Cent sinken. Die Schüler und Kraft fordern Montano nun auf, die Entscheidung auf Basis der aktualisierten Daten neu zu bewerten.

Die Absage lässt die Solarpläne der Schule vorerst in der Schwebe. Bei einer Genehmigung könnte das Projekt dennoch einen erheblichen Teil des Schulstrombedarfs decken und Emissionen reduzieren. Die Schüler und ihre Unterstützer setzen sich weiterhin für eine Neubewertung auf Grundlage der aktuellen Forschungsergebnisse ein.

Quelle