SPD in Baden-Württemberg stürzt auf historisches Tief von 5,5 Prozent ab
Lukas HoffmannSPD in Baden-Württemberg stürzt auf historisches Tief von 5,5 Prozent ab
Die SPD hat in Baden-Württemberg ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten eingefahren und bei der Landtagswahl nur noch 5,5 Prozent der Stimmen erhalten. Das am 8. März 2026 bekannt gegebene Ergebnis bedeutet einen drastischen Rückgang gegenüber den 11 Prozent von 2021 und bescherte der Partei lediglich noch zehn Sitze im Landtag. Innerhalb der SPD fordern Kritiker nun dringende Reformen, um das zu bewältigen, was manche als "existenzielle Krise" bezeichnen.
Bei der Wahl verlor die SPD etwa 100.000 Wähler an die Grünen, 60.000 an die CDU und 35.000 an die AfD. Umfragen hatten bereits auf einen Rückgang hingewiesen: Die Zustimmung war von rund 10 Prozent im Jahr 2025 auf Werte zwischen 8 und 9 Prozent zu Beginn des Jahres 2026 gesunken. Das Ergebnis ist Teil eines bundesweiten fünfjährigen Abwärtstrends bei Landtagswahlen.
Philipp Türmer, Vorsitzender der SPD-Jugendorganisation Jusos, bezeichnete das Ergebnis als "Katastrophe" für die Partei. Er machte die Führung dafür verantwortlich, keine klare Neuausrichtung oder überzeugende Botschaften vorgelegt zu haben. Türmer forderte, dass daraus Konsequenzen gezogen werden müssten – auch personeller Art.
Parteichef Lars Klingbeil räumte ein, dass die Bundes-SPD eine Mitschuld an der Niederlage trage. Er kündigte an, die Reformdebatten neu zu beleben und offene Fragen anzugehen. Der Außenexperte Ralf Stegner sprach indes von einer "existenzbedrohenden Krise" und mahnte eine strategische Neuausrichtung an.
Die SPD hält nun nur noch halb so viele Sitze wie 2021 und hat die Fünf-Prozent-Hürde gerade einmal knapp übersprungen.
Mit diesem Ergebnis ist die SPD in Baden-Württemberg so schwach vertreten wie nie zuvor. Der interne Druck auf Führungswechsel und einen politischen Neuanfang wächst. Bevor weitere Landtagswahlen anstehen, muss die Partei ihre sinkende Unterstützung aufhalten.






