07 April 2026, 00:15

Syrien-Gespräche in Berlin: Al-Scharaa trifft Merz zur Flüchtlingsfrage

Eine detaillierte Karte von Syrien auf einem alten Buch gegen einen schwarzen Hintergrund, die geografische Merkmale und Stadtnamen zeigt.

Syrien-Gespräche in Berlin: Al-Scharaa trifft Merz zur Flüchtlingsfrage

Der kommissarische syrische Präsident Ahmed al-Scharaa wird zu hochrangigen Gesprächen mit deutschen Regierungsvertretern nach Berlin reisen. Im Mittelpunkt seines Treffens mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht die Zukunft syrischer Flüchtlinge, die derzeit in Deutschland leben. Die Gespräche finden vor dem Hintergrund einer zunehmend kontrovers geführten Debatte statt, ob die Lage in Syrien mittlerweile sichere Rückkehren ermöglicht.

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Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU, hat vor dem Besuch zentrale Punkte umrissen. Er betonte, dass der Wiederaufbau Syriens alle ethnischen und religiösen Gruppen einbeziehen müsse, da keine einzelne Gemeinschaft eine Mehrheit stelle. Ohne breite Teilhabe, warnte er, bleibe die langfristige Stabilität des Landes gefährdet.

Hardt argumentierte zudem, dass sich die Asylbegründung für syrische Flüchtlinge in Deutschland abgeschwächt habe. Angesichts der verbesserten Sicherheitslage in Syrien gelte der Schutzstatus seiner Ansicht nach nicht mehr pauschal für alle. Gleichzeitig präzisierte er, dass Flüchtlinge mit Arbeitsplatz oder starken Bindungen an Deutschland bleiben dürfen sollten.

Für diejenigen ohne Arbeit oder langfristige Perspektiven schlug Hardt vor, ihre Rückkehr zu priorisieren – vorausgesetzt, Syrien erfülle deutsche Standards in puncto Sicherheit und Menschenrechte. Er regte finanzielle Hilfen an, um Rückkehrern den eigenständigen Wiederaufbau zu ermöglichen. Ein weiteres zentrales Anliegen sei die regionale Stabilität: Syrien müsse gute Beziehungen zu seinen Nachbarländern pflegen, um weitere Konflikte zu vermeiden.

Die Gespräche zwischen al-Scharaa und Merz werden sich auf diese Themen konzentrieren, darunter die Koordinierung von Rückführungsmaßnahmen. Hardts Äußerungen spiegeln einen Kurswechsel in der deutschen Politik wider, der humanitäre Belange mit den praktischen Herausforderungen von Integration und Außenbeziehungen in Einklang bringen soll.

Ziel des Treffens ist es, einen Rahmen für die künftige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Syrien zu schaffen. Falls die Bedingungen es zulassen, könnten einige Flüchtlinge zur Rückkehr mit Unterstützung bei der Reintegration ermutigt werden. Das Ergebnis der Gespräche könnte die deutsche Haltung gegenüber syrischen Asylsuchenden in den kommenden Jahren prägen.

Quelle