25 March 2026, 16:13

Verbeamtung von Lehrkräften: Sachsen löst Streit unter Bundesländern aus

Ein Buchseite mit einer Abbildung eines roten Hauses umgeben von Bäumen und einem Zaun, mit der Beschriftung "Deutsche Schule in den Niederlanden, 1777".

Verbeamtung von Lehrkräften: Sachsen löst Streit unter Bundesländern aus

Die Debatte über die Verbeamtung von Lehrkräften ist unter den deutschen Bundesländern neu entbrannt, nachdem Sachsen deren Abschaffung gefordert hat. Brandenburgs Bildungsminister zeigte sich offen für den Vorschlag, während Berlin die Angelegenheit als erledigt betrachtet. Das Thema wird nun auf der dieswöchigen Kultusministerkonferenz (KMK) diskutiert.

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Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens hatte zunächst die Streichung der Verbeamtung ins Spiel gebracht und dabei auf knappe Haushalte sowie steigende Pensionskosten verwiesen. Er argumentierte, die langfristige Finanzierbarkeit des Systems sei gefährdet. Seine Forderung stößt auf Zustimmung, unter anderem von Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann.

Hoffmann betonte, eine Abschaffung der Verbeamtung könne nur gelingen, wenn alle Bundesländer einheitlich vorgehen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Brandenburg meldet, dass im Schuljahr 2025/2026 bereits 31,1 Prozent der Lehrkräfte an staatlichen Schulen nicht mehr verbeamtet, sondern in regulären Arbeitsverhältnissen beschäftigt waren. Fast ein Fünftel dieser nicht verbeamteten Lehrkräfte waren Quereinsteiger – ein Zeichen für den Wandel in den Einstellungspraktiken.

Unterdessen lehnt die Berliner Bildungssenatsverwaltung eine erneute Debatte ab, nachdem die Verbeamtung 2023 wieder eingeführt worden war. Auch der Deutsche Lehrerverband meldete sich zu Wort und argumentierte, der Beamtenstatus sichere die Bindung der Lehrkräfte an die verfassungsmäßigen Werte – besonders angesichts wachsender extremistischer Bedrohungen. Der Bund der Steuerzahler hingegen fordert eine Reduzierung der Beamtenstellen, um die öffentlichen Haushalte zu entlasten.

Daten aus Bundesländern, die seit 2019 einheitliche Regelungen für die Anstellung von Lehrkräften haben, zeigen einen klaren Trend: Zwischen 2021 und 2025 sank der Anteil verbeamteter Lehrkräfte um 5 bis 15 Prozent, während der Anteil der Lehrkräfte in regulären Arbeitsverhältnissen um 20 bis 40 Prozent stieg. Treiber dieser Entwicklung sind Neueinstellungen und Teilprivatisierungen.

Die Kultusministerkonferenz wird sich auf Antrag Sachsens am Donnerstag mit der Verbeamtungsdebatte befassen. Das Ergebnis könnte die Einstellungspraxis in mehreren Bundesländern beeinflussen – besonders vor dem Hintergrund weiterhin angespannter Haushalte. Während Brandenburg reformbereit erscheint, bleibt Berlin unnachgiebig, sodass die Frage vorerst ungelöst bleibt.

Quelle