Wiener Festwochen 2024: Jubiläum zwischen Rekordpublikum und künstlerischen Wagnissen
Heinz-Walter Koch IIWiener Festwochen 2024: Jubiläum zwischen Rekordpublikum und künstlerischen Wagnissen
Die Wiener Festwochen endeten mit Höhenflügen und Pannen
Die Wiener Festwochen gingen mit einer Mischung aus Triumphen und Fehlschlägen zu Ende. Rekordpublikum strömte zu Milo Raus ambitionierten Produktionen, während andere Aufführungen die Zuschauer gespalten zurückließen. Zum 75. Jubiläum setzte das Festival mit kühnen künstlerischen Statements und beachtlichen Besucherzahlen Akzente.
Milo Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang und zog fast 196.000 Besucher an. Allein die Eröffnungsinszenierung am Heldenplatz lockte große Menschenmengen an. Rau bezeichnete sein Werk als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ und als Uraufführung zum runden Jubiläum des Festivals.
Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete breite Anerkennung, besonders herausragend war Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Auch Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben überzeugte die Kritik.
Andere Werke stießen auf kühlere Resonanz. Susanne Kennedys Parsifal litt unter Markus Selgs überwältigenden Digitaleffekten, wodurch die Inszenierung erstarrte wirkte. Nestervals verworrene Adaption des Nibelungenstoffs fand wenig Anklang. Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel bildeten seltene Lichtblicke. Die interaktive Performance Turn von Gob Squad beschloss das Festival mit einer Auseinandersetzung mit dem Thema Doppelgänger.
Die Festwochen verzeichneten das größte Publikum seit Jahren, wobei Raus Produktionen im Mittelpunkt standen. Einige Aufführungen wurden gefeiert, andere blieben hinter den Erwartungen zurück. Das Festival endete mit einem vielseitigen Programm, das sowohl Innovation als auch Widersprüchlichkeit zeigte.






