500-Milliarden-Sondervermögen versagt bei Bildung – Schulen bleiben auf der Strecke
Heinz-Walter Koch II500-Milliarden-Sondervermögen versagt bei Bildung – Schulen bleiben auf der Strecke
Deutschlands 500-Milliarden-Sondervermögen gerät in die Kritik – kaum Mittel für Bildung flossen
Der deutsche Sonderfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro steht in der Kritik, weil er die Bildungsinfrastruktur kaum gestärkt hat. Bis Ende 2025 wurde nur ein geringer Teil der Gelder für Neubauten von Schulen oder digitale Aufrüstung verwendet. Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo Instituts legen nahe, dass die Mittel größtenteils bestehende Haushalte ersetzten, statt zusätzliche Investitionen zu tätigen.
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) übt scharfe Kritik an der Mittelvergabe und warnt, dass jüngere Generationen die Schulden erben werden, ohne heute bessere Schulen vorzufinden. Der Sonderfonds, der auf Basis von Artikel 143h des Grundgesetzes geschaffen wurde, sollte ausschließlich zusätzliche Investitionen finanzieren. Doch Analysen des IW (86 Prozent) und des ifo Instituts (95 Prozent) zeigen, dass die Ausgaben bis 2025 kaum neue Projekte förderten. Nur ein Bruchteil gelangte in den Bildungsbereich – obwohl der DPhV mindestens 60 Milliarden Euro für die Schulmodernisierung gefordert hatte.
Unklar bleibt, welche Bundesländer bis 2025 die höchsten Summen einsetzten. Gleichzeitig deckt der DigitalPakt 2.0 mit seinen 5 Milliarden Euro bis 2030 nur einen Teil des Bedarfs ab und kämpft mit strukturellen Problemen. Schulen leiden weiterhin unter einem Sanierungsstau von 67,8 Milliarden Euro, während die Investitionen insgesamt auf niedrigem Niveau verharren.
Die Bundesvorsitzende des DPhV, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, betont die Ironie der Situation: Künftige Steuerzahler werden die Schulden tilgen, profitieren aber kaum davon. Der Verband fordert die Länder nun auf, sich zu einigen und die Bildung im Rahmen des Fonds priorisiert zu behandeln. Die Mittel aus dem DigitalPakt 2.0 fließen ab 2026, wobei rückwirkend ab Januar 2025 Anträge möglich sind – wie etwa Hamburgs geplante Abrufung von 120 Millionen Euro.
Bildung profitiert kaum vom Sondervermögen Bisher blieb die Wirkung des Fonds auf den Bildungssektor begrenzt. Da ein Großteil der Ausgaben bestehende Haushalte ersetzte, kämpfen Schulen weiterhin mit Unterfinanzierung und aufgeschobenen Instandhaltungen. Der DPhV setzt sich weiterhin für eine abgestimmte Strategie ein, um mehr Ressourcen in die Modernisierung von Klassenzimmern und digitale Lernmittel zu lenken.






