Ausbildungsplätze in Bayerns Metallbranche brechen um 11 Prozent ein
Beatrix FiebigAusbildungsplätze in Bayerns Metallbranche brechen um 11 Prozent ein
Die Zahl der Ausbildungsverträge in Bayern ist leicht gesunken: Bis zum 30. September gingen die neu abgeschlossenen Verträge um nur 1,1 Prozent auf rund 85.000 zurück. Deutlich stärker betroffen ist jedoch die Metall- und Elektroindustrie, wo die Zahlen 2022 um fast 11 Prozent einbrachen. Arbeitgeber warnen nun vor weiteren Rückgängen in diesem Jahr und führen wirtschaftliche Schwierigkeiten sowie demografische Veränderungen als Hauptgründe an.
In der Metall- und Elektrobranche, zu der große Unternehmen wie Siemens, BMW und Audi gehören, sank die Zahl der Ausbildungsverträge 2022 auf knapp 14.000. Dieser Trend setzte sich 2025 fort: Bundesweit gingen die Verträge in den klassischen Metall- und Elektroberufen um 9,1 Prozent auf 25.800 zurück. Die Arbeitgeberverbände Bayme und vbm prognostizieren für das laufende Jahr einen Rückgang um 8 Prozent.
Fast die Hälfte der Unternehmen in der Branche gab an, zu wenige Bewerbungen zu erhalten, während 49,4 Prozent angaben, dass den Bewerbern die nötigen Qualifikationen fehlen. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von Bayme und vbm, wies Vorwürfe zurück, Unternehmen würden sich scheuen, auszubilden. Stattdessen kritisierte er die hohen betrieblichen Kosten in Deutschland und forderte die Bundesregierung auf, geplante Reformen schneller umzusetzen.
Im Handwerk verlief die Entwicklung etwas günstiger: Hier war der Rückgang bei den Ausbildungsplätzen deutlich geringer als in der Metall- und Elektrobranche. Dennoch bleiben wirtschaftliche Schwäche und eine alternde Belegschaft zentrale Sorgen für Arbeitgeber in allen Branchen.
Angesichts schrumpfender Ausbildungszahlen steht die bayerische Metall- und Elektroindustrie weiterhin vor großen Herausforderungen. Die Arbeitgeber betonen die Notwendigkeit politischer Maßnahmen, um Qualifikationslücken zu schließen und den wirtschaftlichen Druck zu mindern. Der erwartete Rückgang um 8 Prozent in diesem Jahr deutet darauf hin, dass sich der Trend vorerst nicht umkehren wird.






