Brandenburgs SPD und CDU bilden überraschend neue Koalition gegen AfD-Druck
Caren PaffrathSteeven Bretz neuer CDU-Fraktionsvorsitzender in Brandenburg - Brandenburgs SPD und CDU bilden überraschend neue Koalition gegen AfD-Druck
Brandenburgs politische Landschaft nimmt nach monatelanger Instabilität eine abrupten Wendung
Nach Monaten der Unsicherheit hat sich die politische Szene in Brandenburg radikal verändert: Eine neue rot-schwarze Koalition aus SPD und CDU löst das gescheiterte Bündnis von SPD und BSW ab, das Anfang 2026 zerbrochen war. Dietmar Woidke (SPD) bleibt zwar Ministerpräsident, regiert nun aber mit CDU-Ministern in einer Regierung, die vor allem der wachsenden Einfluss der AfD entgegenwirken soll.
Die vorherige Koalition von SPD und BSW war im Januar 2026 an internen Konflikten zerbrochen. Die BSW, die auf nur noch neun Sitze geschrumpft war, hatte dem Land keine stabile Regierung mehr ermöglichen können. Woidke, der seit 2013 an der Macht ist, wandte sich daraufhin an die CDU – ein ungewöhnlicher Schritt in Brandenburg, wo jahrelang linksgerichtete Bündnisse dominiert hatten.
Die neue Koalition unter dem Namen "Verantwortung für Brandenburg" erhielt von beiden Parteien deutliche Zustimmung: Die SPD-Delegierten stimmten mit 96 Prozent dafür, die CDU-Mitglieder mit 83 Prozent. Die Regierung wurde am 4. März 2026 in Potsdam offiziell vereidigt. Der CDU-Politiker Jan Redmann übernahm dabei eine Doppelfunktion als Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Innerhalb der CDU folgten zügig personelle Veränderungen: Der 50-jährige Finanzexperte und langjährige Landtagsabgeordnete Steeven Bretz, der seit 2009 im Parlament sitzt, wurde zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt – mit elf von zwölf Stimmen. Danny Eichelbaum erhielt einstimmig, mit allen zwölf Stimmen, das Amt des parlamentarischen Geschäftsführers.
Für Woidke, der bisher Koalitionen mit der CDU gemieden hatte, bedeutet das Bündnis einen strategischen Kurswechsel. Angesichts der Umfrageführerschaft der AfD rückte Stabilität in den Vordergrund – und trieb die SPD in eine eher zentristische Allianz.
Die neue Regierung bringt CDU-Minister erstmals seit Jahren in Schlüsselpositionen. Redmanns Ernennung zum stellvertretenden Ministerpräsidenten unterstreicht den stärkeren konservativen Einfluss in der brandenburgischen Führung. Gleichzeitig spiegeln die Rollen von Bretz und Eichelbaum innerhalb der CDU-Fraktion die Bemühungen der Partei wider, ihren Einfluss im Landtag zu festigen.






