Kölner Volksbühne: Bundesgericht kippt Urteil – Streit um Lärm und Wohnraum geht weiter
Caren PaffrathNachbarschaftsstreit mit der Kölner Volksbühne geht in die nächste Runde - Kölner Volksbühne: Bundesgericht kippt Urteil – Streit um Lärm und Wohnraum geht weiter
Langjähriger Streit um Kölner Volksbühne: Bundesverwaltungsgericht verweist Fall zurück
Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen der Kölner Volksbühne und einem Anwohner hat eine neue Wendung genommen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat den Fall zur erneuten Verhandlung an das Oberverwaltungsgericht Münster zurückverwiesen. Im Mittelpunkt steht eine Baugenehmigung für den Umbau eines Teils einer ehemaligen Druckerei in eine Wohnung.
Der Theaterverein argumentiert, dass seine Aufführungen und nächtlicher Applaus durch bestehende Rechte geschützt seien. Der betroffene Anwohner hingegen wirft dem Theater vor, der Lärm beeintächtige seinen Alltag massiv.
Ausgelöst wurde der Streit im Jahr 2025, als die Stadt Köln Pläne billigte, das Gelände der alten Druckerei in Wohnraum umzuwandeln. Seither liegt das Areal weitgehend brach – bis März 2026 wurde es lediglich als temporäres Lager genutzt. Verzögerungen gab es aufgrund lokaler Proteste und anhaltender Auseinandersetzungen über Änderungen im Flächennutzungsplan.
Die Freie Volksbühne focht die Genehmigung an und bestand darauf, dass die Theateraktivitäten Vorrang hätten. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte in einem früheren Urteil dem Anwohner recht gegeben und die Baugenehmigung wegen Überschreitung der Lärmgrenzwerte widerrufen. Das Leipziger Gericht entdeckte jedoch später Mängel in dieser Entscheidung.
Laut den Bundesrichtern stützte sich das Münsteraner Urteil zu stark auf Lärmmessungen, ohne alle relevanten Tatsachen umfassend zu prüfen. Der Fall muss nun in Münster neu verhandelt werden – mit einer gründlicheren Bewertung der Beweislage.
Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt das Gelände der ehemaligen Druckerei in der Schwebe, Baumaßnahmen ruhen. Sowohl das Theater als auch der Anwohner warten nun darauf, ob der Wohnungsumbau realisiert wird – oder ob die Volksbühne ihre Arbeit ohne Einschränkungen fortsetzen kann.






