Emmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Busse und Bahnen betroffen
Beatrix FiebigEmmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Busse und Bahnen betroffen
Der Landkreis Emmendingen hat Sparpläne für den örtlichen Nahverkehr vorgelegt. Steigende Kosten und ein angespanntes Budget zwingen die Verantwortlichen dazu, Änderungen bei Bus- und Bahnverbindungen vorzuschlagen. Die Maßnahmen sollen die Ausgaben senken, ohne dabei die grundlegende Verkehrsanbindung zu gefährden.
Die Betriebskosten für Busse und Bahnen sind deutlich stärker gestiegen als erwartet. Trotz jüngster Ausbaumaßnahmen, die die Mobilität verbessert haben, steht der Landkreis nun vor finanziellen Herausforderungen. Um gegenzusteuern, schlägt die Verwaltung vor, den Schülerverkehr und den regulären Busbetrieb zu optimieren – damit ließen sich im Jahr 2027 voraussichtlich rund 200.000 Euro einsparen.
Ein Mobility-Pass, bei dem Anwohner oder Fahrzeugbesitzer monatlich in die Finanzierung des ÖPNV einzahlen sollten, wurde erwogen, jedoch wegen hoher Verwaltungskosten und rechtlicher Bedenken verworfen. Stattdessen wird der Landkreis 2026 den lokalen Nahverkehr und den Schülertransport mit etwa neun Millionen Euro bezuschussen.
Eine der vorgeschlagenen Änderungen sieht vor, die Abendbusverbindungen auf bestimmten Entwicklungsstrecken einzustellen, darunter in Städten wie Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim. Dadurch ließen sich jährlich rund 100.000 Euro sparen. Die Kommunen könnten dann selbst entscheiden, ob sie diese Verbindungen weiter finanzieren oder ob die letzten Fahrten bereits um 20 Uhr enden sollen.
Radikalere Optionen, wie die vollständige Einstellung aller Buslinien nach 22 Uhr oder die Reduzierung hochfrequentierter Verbindungen, wurden zwar diskutiert, werden derzeit aber nicht empfohlen. Eine Verkehrsuntersuchung im Jahr 2027 soll weitere mögliche Kürzungen bei Buslinien für 2028 aufzeigen.
Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Vorschläge am 29. Juni prüfen. Der Kreistag soll am 20. Juli eine endgültige Entscheidung treffen.
Ziel der geplanten Änderungen ist es, die finanziellen Zwänge mit dem Bedarf an zuverlässigen Verkehrsverbindungen in Einklang zu bringen. Falls die Anpassungen beschlossen werden, treten sie in den kommenden Jahren in Kraft, wobei die eingesparten Mittel in den Erhalt der Kernleistungen fließen sollen. Die endgültige Entscheidung liegt nach der Ausschussberatung beim Kreistag.
