Mainzer Stadtrat erhält als Erster den Dummen August-Preis für karnevalistische Originalität
Mainzer Stadtrat erhält als Erster den Dummen August-Preis für karnevalistische Originalität
Der Dummer August-Preis, eine Auszeichnung für die schrullige Clownsfigur der Karnevalstradition, wurde erstmals an Martin Malcherek verliehen – einen linksgerichteten Stadtrat aus Mainz. Die Ehrung überreichte während der diesjährigen Karnevalsfeierlichkeiten der Verein Rettet das Römische unsere Website und würdigte damit Malchereks Originalität, Humor und seine furchtlose Bereitschaft, Verletzlichkeit zu zeigen – Eigenschaften, die den geliebten Narren ausmachen.
Der Dummer August ist ein langjähriges Symbol des Mainzer Karnevals und geht auf das Jahr 1838 zurück, als der ehemalige Diener Johann Baptist Großmann als Erster diese Rolle verkörperte. Bekannt für seine tollpatschigen Kapriolen, übertriebenen Mimiken und kindliche Naivität, entwickelte sich die Figur seitdem zu einer zentralen Gestalt im Rosenmontagszug. Im Gegensatz zu schlauen Spöttern oder scharfsinnigen Satirikern stolpert dieser Clown, scheitert und setzt sich der Lächerlichkeit aus – und bleibt doch der Publikumsliebling.
Clowns haben tiefe historische Wurzeln, die bis in die römische Antike zurückreichen. Der Centunculus, ein früher weißgeschminkter Narr, und der Stupidus, eine Figur der derben Komödien, zählten zu den vier Haupttypen der antiken Spaßmacher. Ebenso dienten die Deliciae – oft Menschen mit kleinem Wuchs oder Behinderungen – als Hofnarren und beweisen, dass Clowns stets als Medium der Wahrheit fungierten, indem sie durch Absurdität Realitäten enthüllten.
Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel (KCK), betonte die Bedeutung des Dummen August für die Karnevalskultur. Die Figur stehe im Gegensatz zu belehrenden Narren und verkörpere stattdessen Mut, Kreativität und einen unverdorbenen Geist. Die diesjährige Auszeichnung zeigt, wie lebendig die Tradition bleibt – eine Mischung aus Satire und herzlicher Menschlichkeit.
Malchereks Auszeichnung markiert das erste Mal, dass der Dummer August-Preis an eine öffentliche Persönlichkeit vergeben wurde. Die Ehrung unterstreicht die zeitlose Rolle von Clowns im Karneval – von der Antike bis ins heutige Mainz. Indem sie Verletzlichkeit und Humor feiert, hält die Tradition eine Form der Wahrheitsverkündung am Leben, die weit über die Umzugsstrecke hinaus wirkt.
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