"Sketchy Muslims": Wie fünf Frauen Londons Comedy-Szene aufmischen
Stjepan Heinrich"Sketchy Muslims": Wie fünf Frauen Londons Comedy-Szene aufmischen
Eine neue Comedy-Gruppe sorgt in Londons Unterhaltungsbranche für Furore.Sketchy Muslims, ein von Frauen geführtes Sketch-Ensemble, feiert am 8. und 9. Mai im Poplar Union in Ostlondon seine erste Live-Show. Die Gruppe, die im November 2025 gegründet wurde, vereint muslimische Künstlerinnen mit einem frischen, scharfsinnigen und alltagsnahen Humor – ganz ohne platte Inhalte oder derbe Witze.
Die Idee zu Sketchy Muslims entstand, als sich Noor Sobka und Luna Al-Kaisy bei einem Workshop für arabische Autor:innen in London kennenlernten. Ihre gemeinsame Leidenschaft für US-Sitcoms inspirierte sie dazu, eine Comedy-Gruppe zu gründen, die den Alltag muslimischer Frauen auf die Bühne bringt. Mittlerweile gehören auch Adna Ahmed, Sajida Yasin und Saher Shah zum Ensemble – Frauen mit unterschiedlichen Wurzeln: somalischen, pakistanischen und libyschen.
Ihr Motto: „Halal, aber nicht peinlich.“ Statt auf Schockeffekte setzen sie auf kluges Schreiben und humorvolle Figuren. Ihre Sketche speisen sich aus Kindheitserinnerungen, kulturellen Eigenheiten und den Realitäten muslimischer Frauen heute.
Die Finanzierung der Show war kein leichtes Unterfangen. Das Team setzte auf Crowdfunding, Unterstützung durch muslimische Unternehmen und kostenlose Spielstätten wie das Poplar Union. Trotz der Hürden ist die Samstagvorstellung bereits ausverkauft, und auch die Freitagsshow ist fast ausgebucht. Diese starke Resonanz deutet auf ein wachsendes Publikum hin, das nach Comedy verlangt, die gezielt die Perspektiven muslimischer Frauen aufgreift.
Für die Zukunft haben die Gründerinnen große Pläne: mehr Live-Auftritte, Stand-up-Comedy-Abende und Netzwerkveranstaltungen für muslimische Frauen in Film und Fernsehen. Sketchy Muslims hat mit der ausverkauften Premiere bereits Aufmerksamkeit erregt – ein Beweis für den Hunger nach Comedy, die muslimische Frauenstimmen in den Mittelpunkt stellt. Mit ehrgeizigen Wachstumsplänen wollen sie noch mehr Räume für Repräsentation in der Unterhaltungsbranche schaffen.






