Deutschland erreicht Rekordbeschäftigung – doch Teilzeit bleibt entscheidend
Deutschland erreicht Rekordbeschäftigung – doch Teilzeit bleibt entscheidend
Deutschland verzeichnet so viele Erwerbstätige wie nie zuvor in seiner Geschichte. Sowohl die Gesamtzahl der Beschäftigten als auch der Anteil der erwerbsfähigen Menschen in Arbeit haben neue Höchststände erreicht. Doch es gibt weiterhin Bedenken, wie dieses Wachstum in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden kann.
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, genug Arbeitsstunden abzusichern. Experten warnen jedoch, dass eine pauschale Abschaffung von Teilzeitarbeitsregelungen nach hinten losgehen könnte – insbesondere für die Erwerbstätigkeit von Frauen.
Eine aktuelle Studie unterstreicht die Risiken, die mit dem Wegfall von Teilzeitoptionen verbunden sind. In Frankreich führte ein 2014 verabschiedetes Gesetz, das eine Mindestarbeitszeit von 24 Stunden pro Woche vorschrieb, dazu, dass weniger Frauen im Job blieben. Dies deutet darauf hin, dass eine erzwungene Ausweitung der Arbeitszeit manche komplett aus dem Arbeitsmarkt drängen könnte.
Das deutsche System zeigt hingegen einen anderen Trend. Mehr Menschen als je zuvor sind erwerbstätig, und auch die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden haben Rekordwerte erreicht. Flexible Modelle wie fast-vollzeitnahe Teilzeitstellen – etwa 25 bis 30 Stunden auf vier Tage verteilt – haben sich als wirksam erwiesen. Solche Regelungen helfen jungen Eltern, Beruf und Familie zu vereinbaren, und halten beide Partner im Arbeitsmarkt.
Langfristig kann dieses Modell produktiver sein als das veraltete Alleinverdiener-Konzept. Doch um den Beschäftigungsboom in Deutschland zu erhalten, braucht es mehr als nur Flexibilität. Politiker und Expert:innen nennen drei zentrale Lösungsansätze: die Gewinnung von Zuwanderern oder die Verringerung von Abwanderung, die Ermöglichung eines längeren Verbleibs älterer Arbeitnehmer im Berufsleben sowie die Erhöhung der Arbeitsstunden von Frauen.
Die Rekordbeschäftigung zeigt, dass der deutsche Arbeitsmarkt derzeit robust ist. Doch künftiges Wachstum hängt davon ab, Frauen im Erwerbsleben zu halten und Lücken bei den Arbeitsstunden zu schließen. Eine Einschränkung von Teilzeitmöglichkeiten könnte die Erwerbsbevölkerung eher verringern als vergrößern. Stattdessen könnten flexible Arbeitszeitmodelle und gezielte Zuwanderung einen stabileren Weg in die Zukunft weisen.
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