Elektronische Patientenakte in Hessen: Pflicht ohne Nutzen – Ärzte und Kassen fordern Reformen
Elektronische Patientenakte Noch Im Alltag Nicht Etabliert - Elektronische Patientenakte in Hessen: Pflicht ohne Nutzen – Ärzte und Kassen fordern Reformen
Mehr als ein Jahr nach ihrem Start steht die deutsche elektronische Patientenakte (ePA) zunehmend in der Kritik. Ärzte, Apotheker und Krankenkassen in Hessen fordern dringend Verbesserungen des problembehafteten Systems. Obwohl die Nutzung für Ärztinnen und Ärzte seit Oktober 2024 verpflichtend ist, zweifeln viele weiterhin an ihrem praktischen Nutzen.
Die ePA wurde ab Mitte Januar 2025 schrittweise eingeführt, wobei Gesundheitsdienstleister gesetzlich zur Übernahme verpflichtet sind. Dennoch bleibt die Akzeptanz gering, und technische Probleme bestehen fort. Ralf Metzger von der AOK Hessen gab bekannt, dass lediglich 23.000 der 1,7 Millionen Versicherten die ePA oder ihre App aktiv nutzen.
Die Landesärztekammer Hessen hat schwerwiegende Mängel aufgedeckt, darunter fehlende Medikamentenaufzeichnungen und eine unzureichende Funktionalität. Gleichzeitig sieht die Kassenärztliche Vereinigung Hessen keinen spürbaren Fortschritt in der Patientenversorgung durch das System. Kritiker argumentieren, dass anhaltende Fehler und eine umständliche Bedienoberfläche die ePA eher zur Belastung als zur Hilfe machen.
Trotz der gesetzlichen Verpflichtung bleibt die Nutzung unter Ärzten und Patienten uneinheitlich. Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten von Frustration über die Unzuverlässigkeit des Systems und stellen dessen langfristige Tragfähigkeit infrage.
Der zögerliche Ausbau und die anhaltenden Probleme der ePA haben bei medizinischem Personal und Krankenkassen Unzufriedenheit ausgelöst. Da nur ein kleiner Teil der Patientinnen und Patienten das System nutzt, werden die Rufe nach Reformen immer lauter. Der Druck auf die Politik wächst nun, diese Bedenken anzugehen – andernfalls droht weiterer Widerstand.
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